Schädlinge und Nager ?

keine Nager im Hanf

Sobald es Winter wird, suchen sich Mäuse und andere Feld- und Wald-Bewohner ein warmes Plätzchen. Hauptsache warm und vielleicht gibt es irgendwo Nahrung. Ziel der Einquartierung ist das nächste Frühjahr.

Schutz vor Mäusen

I.d.R. kommen Mäuse in jedes Haus, welches im ländlichen Gebiet liegt. Häuser in unmittelbarer Nähe zu Ackern, Felder, Wiesen oder Wälder werden natürlich bevorzugt okkupiert. Eigentlich soll die Außenwandkonstruktion das Eindringen der Mäuse verhindern oder wenigstens erschweren, aber die Praxis zeigt, dass Mäuse überall eine Möglichkeit des Eindringens finden.

Mäuse überwintern und nisten auch überall wo es warm ist, egal welche Materialien sie vorfinden. Ein Schutz kann gegen Mäuse also nur relativ gewährt werden.

Zunächst dürfen Baustoffen auf keinen Fall futterrelevant sein. Dann ist es wichtig, dass Nagetiere keinen Schaden anrichten können, ein Zernagen oder Zerstören ausgeschlossen oder wenigstens schwer möglich ist. Auch sollte der Baustoff ein Hindernis für Nager darstellt.

Herstellererklärung

  • Hanf-Dämmwolle ist nicht futterrelevant.
  • Hanf-Dämmwolle kann von Nagetieren nicht zernagt oder zerstört werden.
  • Hanf-Dämmwolle behindert das Eindringen von Nagern sehr stark.

Einschränkung

Allen Wärme-Dämmstoffen (so auch der Hanf-Dämmwolle) ist es gemein, dass es für Nagetiere schön warm ist, sodass Mäuse auf jedem Dämmstoff versuchen zu nisten. Alle Dämmstoffe können durch Nagetiere transportiert werden. So kann es geschehen, dass einzelne Hanffasern von Nagetieren aus der Dämmung herausgezogen werden. Das wäre bei der Hanf-Dämmwolle aber auch schon der größt mögliche Schaden.

Tipp für den Garten: Hanf hilft gegen Wühlmäuse

Hanf-Fasern sind für Nager ein wirkliches Problem. Wenn Sie Löcher von Wühlmäusen entdecken und Sie haben Hanf-Dämmwolle im Haus, dann stopfen Sie die Hanf-Dämmwolle in die Löcher. Wühlmäuse verzweifeln schier an der reißfesten Faser, zumal sie sich in ihr "verheddern". Wühlmäuse meiden nach einmaliger Erfahrung diesen und benachbarte Gänge. Hanf tötet nicht, aber Hanf vertreibt Wühlmäuse.

Vergleichende Betrachtung

  • Dämmstoffe aus Mineral- oder Glasfasern können von Nagetieren leicht zerstört werden und stellen keinerlei Hindernis dar.
  • Dämmstoffe aus geschäumtem Styrol können sehr leicht zernagt werden und sind ein beliebtes Material zum Bauen von Gängen und Höhlen.
  • Dämmstoffe aus geschäumtem Vulkangestein können von Nagetieren zwar zerstört werden, in der Praxis aber selten; sie stellen ein geringes Hindernis dar.

Staubläuse

Staubläuse werden bis 1mm groß und gehen nicht auf den Menschen; sie ernährt sich scheinbar von Staub. Tatsächlich ernähren sie sich von Sporen, Flechten u.ä. auf nassen Holzfasern, feuchtem Papier oder nassem Weichholz. Man findet sie beispielsweise unter Baumrinde, in klammen Büchern (Bibliothekslaus) und in Vogelnestern. Staubläuse können also vielfältig in Wohnungen gelangen.

Es gibt zwei Ursachen für Staubläuse in der Wohnung:

  1. Bauschäden mit Nässeeinbruch (defekte Regenrinne o.ä.)
  2. Baufeuchte nach Neubau

Gibt es Staubläuse, so hilft nur Austrocknen! Beim Austrocknen wird die Nahrungsgrundlage genommen, es kommt zur Massenflucht auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen. Trocknet also die Brutstätte eine Staubläusepopulation aus, dann findet man die Staubläuse auf Wanderschaft in der Wohnung. Das Problem ist beendet, wenn die Population ausstirbt.

Staubläuse sind 0,3 - 1 mm groß. Wenn sie fliegen, handelt es sich wahrscheinlich nicht um Staubläuse, sondern um "Heufliegen".


Motten

Die Larven der Kleidermotte zerfressen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen Felle und andere keratinhaltige tierische Produkte in Textilien und Polstermöbeln. Wenn die Larven Baumwolle oder sogar vollsynthetisches Gewebe durchlöchern (Hanf niemals), obwohl diese Materialien nicht verdaut werden können, dienen die Fasern dieser Gewebe lediglich zum Bau ihrer Gespinströhre. Sowieso ist aber eine Nahungsquelle - tierische Fasern - nötig.

Im Baukörper sind sie nur dort anzutreffen, wo Schafwolle verbaut ist, die nicht mit einem Mottengift ausgerüstet wurde. Im Hanf finden Motten keine Nahrungsgrundlage.

Hinweis: Bei Motten in der Wohnung helfen Nützlinge!

Vorratsschädlinge

Der Große Mehlkäfer oder der (kleine) Rotbraune Reismehlkäfer gelten in der Lebensmittelverarbeitenden Industrie als gefürchteter Vorratsschädling, der u. a. in Mühlen und Getreidesilos auftritt. Geradezu heimisch fühlen sie sich in warmen Großmühlen. Von hier aus gelangen die Tiere regelmäßig in den Handel und somit auch zum Endverbraucher.

Treten Vorratsschädlinge in der Dämmung auf, so dient die Dämmung nur als Versteck. Dämmstoffe sollten niemals futterrelevant sein. Hanf-Dämmstoffe sind keinesfalls futterrelevant!

Der Messingkäfers wird meist mit Lebensmitteln eingeschleppt. Seltener ist die Zuwanderung aus Nachbarhäusern, Ställen usw. Messingkäfer sind lichtscheu und ruhen tagsüber in Ritzen, hinter Sockelleisten, Tapeten, Türrahmen, unter Fußmatten und zwischen der Dämmung (auch Hanfdämmung) und Konstruktionsholz. Hanf ist nicht nur nicht futterrelevant, sondern kann auch nicht durch die kräftigen Mundwerkzeugen der Messingkäfer zernagen werden.

Messingkäfer fressen mitunter an Baumwolltextilien, an Hanf jedoch nicht. Ähnliches kennen wir auch von der Kleidermotte, die an der Baumwolle zwar frist, aber diese nicht verdauen kann. An Hanffasern haben Motten keine Chance.


Holzschädling

Einige holzzerstörende Insekten bevorzugen Holz, das teilweise durch Pilze abgebaut wurde. Der Scheckige Pochkäfer (Xestobium rufovillosum) greift z.B. nur Laubhölzer an, besonders Eiche, die bereits von Pilzen befallen sind. Aus diesem Grund ist dieses Insekt oft auf den inneren Bereich großdimensionierter Hölzer begrenzt, die während trockener Perioden nicht so schnell austrocknen. Ihr Auftreten in alten Häusern weist häufig auf Feuchtigkeitszutritt hin.

Holzzerstörende Rüsselkäfer (Euophryum- oder Pentarthrum-Arten) treten nur an bereits von Pilzen - in der Regel von kellerschwammbefallenem (Coniophora cerebella) Holz - auf. Die Rüsselkäfer gehören zu den wenigen Insektenarten, bei denen sowohl der erwachsene Käfer als auch die Larven Holz mit Pilzabbau fressen.

Der in Deutschland und weltweit in gemässigten Klimaten am weitesten verbreitete Holzschädling ist der Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum). Dieses Insekt ist nicht auf Pilzabbau des Holzes angewiesen; es kann auch trockenes Holz befallen, wenn auch sein Entwicklungszyklus in feuchtem Holz sehr viel kürzer ist. In trockenem Holz dauert der Entwicklungszyklus vom Ei über die Larvenstadien (die durch ihre Frassgänge den gesamten Schaden im Holz hervorrufen und seine Festigkeit stark mindern) bis zum erwachsenen Käfer normalerweise ca. drei Jahre.

Keiner der in Europa bekannten holzzerstörenden Insekten greifen eine Hanfdämmung an oder können auch nur in dieser länger überleben.

Holzschädlinge wie etwa Klopfkäfer, Hausbock oder Splintholzkäfer gegen nicht auf Hanf.

Glänzendschwarze Holzameise

Die glänzendschwarze Holzameisen (Lasius fuliginosus) bauen ihre Nester aus feuchtem Holz in Verbindung mit ihrem Sekret u.a. Die schwarzglänzende Holzameise ist kein direkter Holzschädling, da sie nur feuchtes Holz, welches ohnehin unbrauchbar wurde, für den Nestbau abbauen oder besser umbauen. Die Nahrung der Holzameise ist nicht Holz, sondern ähnlich wie die der Gartenameise. Allerdings glaubt man, dass die Holzameise einen speziellen Pilz züchtet (Cladosporium myrmecophilum), der die Poren des Nestes flechtet. Mit Hanffasern können die glänzendschwarzen Holzameisen und auch der Pilz nichts anfangen.

Hanf kann die glänzendschwarze Holzameise nicht besiedeln.