häufige Frage:

Farbe und Röste

Ist überrösteter Stopfhanf schlecht?



Leider waren 3 Ballen sehr braun und so fest, kaum auseinander zu rupfen, nicht luftig zu bringen. Jetzt habe ich nachgelesen , dass diese wohl überröstet und minderwertig waren. Jetzt sind sie dummerweise auch noch im Dach. Was machen wir jetzt? B. aus K.

Hallo Frau B.,

braun sind Hanffasern eigentlich nicht, vielleicht meinen Sie dunkel und grau?

Die Röste ist ein Prozess, der bereits beim Landwirt stattfindet. Für Bekleidungstextilien benötigt man eine sehr starke Röste (Klasse 10). Für sehr feine Garne und Stoffe röstet man den Hanf noch etwas länger. Röstklassen größer 11 oder 12 gelten als Überröstet. Dann sinkt die Reißfestigkeit der Faser. überröstete Hanffasern lassen sich zerreißen.

Wir selbst verarbeiten relativ gering gerösteten Hanf (Klassen 2 – 6). Die Farbklassen betrachten NICHT die Helligkeit, sondern das Verhältnis von grünen und grauen Anteilen, sowie das Verhältnis von groben und feinen Fasern.
Rösthanf Klasse 2 ist manchmal sehr hell, nicht immer.
Rösthanf Klasse 6 kann schon relativ dunkel sein.

Für einige Produkte wie Kalfaterfaser oder Kalfaterhanf nehmen wir Röstklassen 8 oder 9. Diese Fasern sind viel feiner und meistens dunkelgrau. Rösthanf 8 – 9 läßt sich schlechter auflösen, lässt sich stärker verdichten und verfilzt schneller. Aber eine Überröstung ist das noch nicht.

Wir haben parallel zur gesamten Verarbeitung immer wieder Qualitätskontrollen, was natürlich nicht ausschießt, dass auch Fehler gemacht werden können. Bitte schauen Sie doch auf unsere Rösttabelle: .
Außerdem bitten wir Sie, uns ein Foto auf info@hanffaser.de zu senden und ein Rückstellmuster zu schicken. Wir melden uns umgehend.

Schwer "luftig zu bringen":
Sie müssen den Stopfhanf nicht auseinander rupfen. Aber es sollten keine "Klumpen" bleiben. Verfilzte Klumpen entstehen, wenn der Hanf zwischenzeitlich feucht oder nass war.
Beim Verlassen der Fabrik sichern wir saubere und trockene Dämmstoffe zu.
Das Feuchtwerden von Hanf kann erfahrungsgemäß folgende Ursachen haben:
Schwitzwasser, längere Zeit höhere Luftfeuchtigkeit, Pfützenwasser oder Regenwasser...
Hanf trocknet schnell wieder ab, ohne Schaden zu nehmen. Vielleicht ist er längst wieder trocken. Das Verfilzen bei schwankender Feuchtigkeit ist ein Vorteil der Dämmung. Sie wird mit den Jahren immer stabiler.
Für die Verarbeitung ist das Verfilzen ein Nachteil.
Wird Hanf einer hohen Luftfeuchte ausgesetzt, so verfilzen die Fasern. Wenn Hanf im Ballen hoher Luftfeuchtigkeit oder Nässe ausgesetzt wird, so verfilzen die Fasern im Ballen und der Ballen lässt sich schwer auflösen.

Hanf leidet nicht oder kaum, wenn er feucht wird. Auch nicht wenn er 100 mal feucht wird. Nicht klitschnass! Klitschnass über längere Zeit ist natürlich unbedingt zu vermeiden!

Stopfhanf der Röstklasse 2 Stopfhanf der Röstklasse 6 Die Farbe kann stark variieren.