Hanf in thermoplastischen Extrusionswerkstoffen

vorab: Es gibt kein Hanf-Plastik, jedenfalls kein Thermoplast aus Hanf. Zwar gibt es Epoxidharze oder Polyepoxide aus Hanföl, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Hanffasern sind entweder Füllstoffe oder Verstärkungsfasern in einer Kunststoffmatrix, egal ob der Kunststoff petrolchemisch oder biogen ist.

Wir haben 2 ganz unterschiedliche Produkte. Siehe auch: Kollerschäben für WPC

Kurzfasergranulat

Wir bieten Compoundeuren (Entwicklern) ein Faserhalbzeug an, welches thermisch noch nicht gebunden ist, aber die Hanffaser in einer Konsitenz freigibt und Extrusionsmaschinen zugeführt werden kann. Die dann entstehenden Compounds sind Rohstoff für Spritzgussmaschinen.

Patentanmeldung 1999

Lose Hanffasern offenbaren, will man sie in einen Polymercompound betten, zwei Probleme: Zum einen bereitet das Einkürzen der äußerst stabilen Naturfasern bereits Schwierigkeiten, zum anderen bilden kurze Hanffasern aufgrund ihrer aufgefaserten Struktur, welche sich bekanntlich positiv auf die Verstärkung auswirkt, sehr schnell Brücken, was die Möglichkeit des Schüttens verhindert. Die Lösung: Hanf-Kurzfasergranulat

  • mittlere Faserlänge 3 - 5 mm; ohne Überlängen
  • ausgezeichnetes Schüttverhalten
  • kein Faserstaub

Hanf-Kurzfasergranulat besteht aus einem Gemisch von gekürzten Hanffasern und einem Standard-Polypropylen.

Ein Extruder wird am Matrixschacht mit einem Polymergranulat und gewünschten Additiven gefüttert. Ein zweiter Einlaufschacht weiter vorn wird mit dem Hanf - Kurzfasergranulat bestückt.

Additivlos in einer Mischung 50% Hanf-Kurzfasergranulat + 50% Standard-Polypropylen hat dieses HFK-Halbzeug:
Streckspannung nach ISO 527: ca. 32 MPa
E-Modul nach ISO 527: 3.500 - 4.000 MPa
(E-Modul des Standard-PP: 1.400 MPa)

Alternativ kann das Polymergranulat und das Kurzfasergranulat vorher gemischt und über einen gemeinsamen Einfülltrichter dosiert werden.
Die Schnecken im Extruder zerreibt die Granulatstruktur und die Hanffasern liegen im Schneckenkanal wieder in reiner Form der Durchmischung mit der Kunststoffmatrix vor.

Hanf-Kurzfasergranulat

Hinweise:
Zu beachten ist dabei, dass oberhalb 200°C über einen längeren Zeitraum Faserschädigungen auftreten.

Beim Mischungsverhältnis ist zu beachten, dass im Hanf-Kurzfasergranulat bereits 50 % Standard-PP enthalten ist. Weiterhin sind Hanffasern leichter sind als Glasfasern: so kann z.B. für ein 50/50-Verhältnis Glas/PP - Äquivalent nur 30/50 : Hanf/PP gewählt werden.

Der Extruder sollte entgast werden.

  • verwendbar für den Doppelschneckenextruder
  • Granulatstruktur wird durch die Schnecken zerrieben, die Hanffasern liegen im Schneckenkanal wieder in reiner Form vor
  • nicht im Einschneckenextruder anwendbar
  • Gaußsche Längenverteilung um 3 - 5 mm
  • gute Schütteigenschaften (leicht rieselfähig)
  • mit Kunststoffgranulaten leicht mischbar

Hanf-PP-Granulat Hanf-PP-Compount Hanf-LignoPolymer PP-Spritzguss-Verbund