Faserhanf oder Samenhanf ?

Hanf ist eine Faserpflanze mit einer Ölsaat.

Aber was will man ernten? Faserstroh oder Ölsaat? Oder beides?

Und dann gibt es noch den kleinen Markt der Tee's und Blütenextrakte (eigentlich Blätterextrakte).

Beides sollte geerntet werden: Faserstroh und Ölsaat.

Jedoch muss jeder Landwirt schon bei der Aussaat entscheiden, was den ersten Stellenwert hat.

Faserhanfanbau Samenhanfanbau
Nebenprodukt mit Samenernte ohne Samenernte mit Faserstroh ohne Faserstroh
Saatdichte 50 - 60 kg/ha 80 kg/ha 50 - 60 kg/ha 30 kg/ha
Erntebeginn 10. August Ende Juli 01. September September
Erntetechnik_1 Schwadmahd Schwadmahd Mähdrusch Mähdrusch
Erntetechnik_2 Schwaddrusch - Wenden Walzen
Erntetechnik_3 Ballenpressen Ballenpressen Ballenpressen -
Faserqualität hoch sehr hoch gering -
Faserertrag 10 t/ha 9 t/ha 6 t/ha -
Samenertrag 400 kg/ha - 1 t/ha 1 t/ha

Grundsätzlich

  • Aussaat: März
  • Düngung: vor der Aussaat
  • Pflanzenschutz: NULL

Für den Faserhanf-Anbau:
Pressen bis spätestens 10. Oktober

Was anbauen?

Was wir einem Landwirt empfehlen, hängt vom Markt ab.
Traditionell wurde Hanf immer als Faserpflanze angebaut; Samen waren ein sehr gutes Nebenprodukt.
Hanfsaamen sind ein sehr wertvolles Lebensmittel, aber es war ein Nebenprodukt. Andere Ölfrüchte (Sonnenblume, Raps etc.) sind wesentlich ertragreicher.

Aber heute entscheiden Marktungleichgewichte und politische Schieflagen.

Marktungleichgewichte

Hanfsamen sind ein sehr wertvolles Lebensmittel. Der Hanfanbau ging in Deutschland nach 1945 nahezu schlagartig zurück. Im Nahrungsmittelangebot fehlt seit dem eine wichtige Ölfrucht.
Dieser Mangel wurde von Pionieren erkannt, die daraufhin den "neuen" Markt für Hanfsamen aufbauten. Mit Erfolg. Zwischenzeitlich gab es außerordentlich gute Preise für Hanfsamen, inzwischen gleicht sich der Marktpreis zwischen Angebot und Nachfrage an ein gesundes Maß an.

Faserhanf, also Hanfstroh wird ausschließlich von Hanf-Fabriken aufgekauft. Es gibt keinen anderen Markt für Hanfstroh. Zur Vermarktung von Hanfstroh braucht man eine Hanf-Fabrik.
Wir viel Samenhanf angebaut, fällt viel Hanfstroh an. Da Hanfstroh aber nicht weit transportiert werden darf, ist nur jener Faserhanf vermarktbar, der in der Nähe einer Hanf-Fabrik angebaut wird.

Erntegut Tee und CBD

Die politischen Schieflagen beim Hanfanbau sind vielgestaltig. Zunächst natürlich die vielen Verbote des 20. Jahrhunderts mit seinen Drogengesetzen. Letztlich wurde der Hanfanbau in vielen Ländern grundsätzlich verboten. Jetzt ist er wieder erlaubt aber stark überwacht. THC ist immernoch verboten und alle Sorten, die einen Grenzwert nicht einhalten, werden auch verboten.

Aus den Blättern wird CBD gewonnen. Dieses CDB gerät politisch (nicht medizinisch) immer wieder in die Nähe des THC's und dem CDB droht permanent eine Sippenhaft.

Mit dem Hanftee und verschiednene Duft- und Aromaextrakten verhält es sich ähnlich.

Sonstiges

Botanischer Name: Cannabis sativa L.

eng. Hemp; franz. Chanvre; span. Cáñamo; schwed. Hämpa; poln. Konopie; ung. Kender; russ. Конопля ; chin. Ma`;

Pflanzentyp: einjährige Nutzpflanze mit buschigem Wuchs, zweikeimblättrig, zweihäusig

  • Liebt grundwassernahe fruchtbare Böden.
  • Liebt Moorböden oder anmoorige Böden.
  • Auf Sandböden gibt es oft Missernten.
  • Größe: bis zu 4 m hoch
  • Steht botanisch dem Hopfen nah.
  • Die Wildform kommt aus Kasachstan, von dort nach China, Indien, Russland und Kleinasien.
  • Der Hanfanbau verzichtet auf jeglichen Pflanzenschutz, insbesondere auf Herbizide, Insektizide, Pestizide, natürlich auch auf Halmverstärker.

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