häufige Frage:

Unterschied LLS-Trittschall oder Akustikvlies-Trittschall

Wann nimmt man LLS 200, LLS 300 oder ein Akustikvlies?


... wir wollen unser Obergeschoss ausbauen. 
Dabei gibt es bei Ihnen verschiedene Möglichkeiten. Zum ersten die Schallschüttung 200 oder 300. 
Dann gibt es noch das Akustikvlies. 
Welches Produkt nimmt man am besten?

J. aus Ch.

Hallo Frau J.,

Sie erlauben, dass ich die Antwort in Form einer stark vereinfachten Auflistung darstelle.
Die Unterscheidung ist sehr stark vereinfacht und es gibt natürlich viele Zwischenlösungen, die hier nicht erwähnt sind.

1. Trittschalldämmung mit eine verfügbaren Bauhöhe von mindestens 4 cm

LLS 200

Die Trittschalldämmung LLS 200 dient der akustischen Entkopplung im Obergeschoss. Sie wird dabei als Ausgleichsschüttung verwendet. Es sollten mindestens 4 cm Aufbauhöhe vorhanden sein. Die LLS_200 ist sogleich Körperschall-Dämmung (Trittschall) als auch Luftschall-Dämmung (Raumschall).

Ein abschließender Estrich muss die Last über die Fläche abtragen können. Hier einen ergänzenden Hinweis:
Bei der Nutzung von Trocken-Estrich-Verlege-Platten (natürlich unter Verweis auf die Angaben der Platten-Hersteller) empfehlen wir, diese unbedingt doppelt, geklebt und verschraubt unter maximaler Entfernung Kante-Kante, unter Vermeidung von Stoß über Stoß zu verlegen. Viele Verlege-Platten, gehen von einer Normallast von 200 kg/m² im Wohnraum aus. Doch mitunter gibt es höhere Belastungen, frei stehende Badewannen, schwere Bücherschränke, Klavier o.ä.
Wenn zu befürchten ist, dass die Steifigkeit von Verlege-Platten bei höherer Belastung nicht ausreicht, dann ist eine zusätzliche Holzquerung zu empfehlen. Entsprechende Lagerhölzern oder Schalungshölzer sind quer zur Lastrichtung auszurichten, um die Lastverteilung auf die Fläche zu vergrößern. Lagerhölzer sind in die LLS_200 einzubetten; Schalungshölzer sind vollflächig (80%-90%) auf der LLS_200 zu nivellieren. Dieses insbesondere für große Fliesen.

2. Schalldämmung im Erdgeschoss und über einem (trockenen) Keller

LLS 300:

Die LLS 300 unterscheidet sich von der LLS 200 im höheren Lehmanteil. Dieser dient der schützenden Reaktion in Bereichen, die doch mal ein etwas höherer Feuchtigkeit erwarten; also im Erdgeschoss über einem trockenem (!) Keller oder einer trockenen (!) Bodenplatte. Funktion und Verarbeitung sind identisch. Unter der LLS_300 im Erdgeschoss empfehlen wior zusätzlich die Lehm-Feuchtesperre.

3. Trittschalldämmung auf einer Betondecke mit geringer Bauhöhe

Akustikvlies HDM10 entweder 10 mm oder 2x10 mm:

Dient bei geringer Bauhöhe der akustischen Entkopplung von Fußboden und Betondecke, also der Trittschalldämmung.
Der Untergrund muss eben sein. Schwankungen werden nicht oder kaum ausgeglichen.

Die Angabe, dass sowohl die LLS_200 als auch das Akustikflies den Trittschall um 30 dB verringern ist, wie bei allen Zahlenangaben für Laien eine extreme Verkürzung, die wenig mit der Praxis zu tun hat. Natürlich ist es eine Frage der Frequenz. Gerade der Bass wird durch die LLS_200 deutlich besser gedämmt. Aber manchmal hat man nicht genug Bauhöhe. In diesen Fällen ist das Hanf-Akustikvlies schon sehr gut.

Bei guter Trittschall-Dämmung hat das Hanf-Akustikvlies Schwächen bei der Raumschall-Dämmung.
Hingegen ist die LLS_200 ein Meister der Trittschall- UND der Raumschall-Dämmung.

4. Trittschalldämmung unter Parkett oder Dielenboden

Akustikvlies HDM5

Für die schwimmende Verlegung eines Klick-Parketts oder eines geklammerten Parketts oder eines Dielenbodens mit Nut-/Feder-Verleimung kann zwischen dem komplett ebenen Untergrund und dem Parkett/Dielenboden eine akustische Entkopplung gelegt werden.