häufige Frage:

Lehmputz und Lehmbau

Lehmbauten können tausend Jahre werden, wenn Regen und vor allem Regenablauf ihnen nicht zusetzt. Und wenn die Außen-Lehmwände regelmäßig ausgebessert werden.

Lehmputze wurden bis 1990 vom Lehmbauer ausschließlich selbst gemischt. Heute dominieren auch hier die Fertigmischungen. Mitunter jedoch ist es ratsam, einige Anpassungen direkt auf der Baustelle zu entscheiden.

Grubenlehm auf der Baustelle abzumagern und mit Zuschlägen anzupassen ist aufwendig und verlangt immer den Meister vor Ort.

  • Grundputz 02-universal, als Unterputz und Mörtel fertig eingestellt.

  • Als Gund- und Oberputz (für nur einen Auftrag) empfehlen wir das Abmagern mit dem Zuschlag Kollerschäben.

  • Als Oberputz auf einem Unterputz empfehlen wir das Abmagern mit dem Zuschlag Schilfarmierungsfaser.

  • Die Fertigmischung Feinputz ist für einen Auftrag von 2-4 mm.

Allgemeines zum Lehm– und Kalkputz

Kalkputz und Kalkmörtel wurde je nach Gegend bis 1970, teilweise bis 1990 eigentlich immer vor Ort gemischt. Beton seit 1958 im Fahrmischer. Heute dominieren Fertigmischungen.
Fertigmischungen „Kalkputze“ in DE beinhalten in der Regel Kalk und Zement. Nur wenige Kalkputze auf dem Markt sind reine Kalkputze, bestehend aus Sand und Kalk, in der Regel Weißkalkhydrat, es gibt auch ausgezeichnete Spezialputze mit gelöschtem hydraulischen Kalk.

Historisch wurde für den Kalt-Maurermörtel lehmige Sande benutzt, um Kalk zu sparen. In vielen historischen Backsteingebäuden oder in gemörtelten Natursteinhäusern kann man bei Reparaturarbeiten diesen billigen "Kalk-Lehm-Mörtel" auffinden, immerhin überdauerte er die Jahrhunderte.

Lehm war früher fast überall zu finden, meist nur wenige Spaten tief ausreichend vorhanden, ohne Energie-Eintrag sofort verarbeitbar.

Ziegel (früher Backsteine) und Kalk mussten gebrannt werden und waren daher teuer. Heute hat dieser Unterschied wieder Bedeutung, da der Primärenergieeintrag von Lehm in der Regel extrem niedrig ist.

Historisches

Vielen alten Gebäuden sieht man nicht an, dass es eigentlich Lehmhäuser sind. Viele historische Natursteingebäude sind eigentlich verkleidete Lehmhäuser. Erst wenn der Kalk- oder Zement-Putz bröckelt, das Dach oder die Dachrinne kaputt ist, wenn Reparaturarbeiten oder gar Abriss anstehen, erkennt man das Lehmhaus.

Bis ins 17.-18. Jhd bauten alle mit Lehm. Komplett oder anteilig. Auch große Hallenhäuser bis ins 18. Jdh wurden komplett aus Lehm gestampft. Nur für hohe Gebäude und Wehrmauern leistete man sich den Mörtel aus gebranntem Kalk; mit zunehmendem Reichtum immer mehr.

Lehm kostete nichts, und so wurde Lehm im 18.-19. Jdh. immer mehr ein Baustoff der Mittellosen, insbesondere der Leibeigenen. Mittellose Bauern und Leibeigene bauten keine Fachwerkhäuser mit Lehmgefachen, sie bauten keine Ziegelhäuser mit Lehm-Mörtel, sondern Leibeigene bauten Häuser komplett aus gestampfen Lehm oder aus getrockneten, nicht gebrannten Lehmziegeln. Mit der Abschaffung der Leibeigenschaft (1807-1810) und der damit verbundenen Berechtigung der Landarbeiter, Geld zu verdienen, ein Haus mit Status zu bauen und gar einen Kredit für einen Hausbau aufzunehmen, verschwand der Lehmbau plötzlich und vollständig. Zuletzt in Mecklenburg um 1948, in Pommern und Ostpreußen noch später. Damit verschwand der Lehmbau plötzlich und vollständig, denn er war vielen ein Symbol der Leibeigenschaft.

Lediglich nach 1945 gab es in Ostdeutschland wieder einen kurzen Aufschwund.

Die Zeiten ändern sich.
Heute ist Lehm, insbesondere für den Innenausbau und namentlich für Innendämmungen auf einer Beschleunigungsspur.

Lehm, insbesondere bei einer Innendämmung

Unsere Lehm-Wanddämmung ist die ideale Innendämmung in der Einheit: Wärmedämmung + Wärmespeicher + Raumklima.

Als Auftrag von wenigen cm ist der HL-DU 04: Dämm- und Akustikputz eine großartige Alternative.

Wärme-Dämmung HL-DU 04 ist eine Innenwand-Dämmung. Die Oberflächentemperatur der Innenwand wird durch einen 25 - 50 mm starken Dämmputz spürbar erhöht. Die Außenwand wirkt wesentlich wärmer. Wenig Innenraum geht verloren, der Aufwand ist überschaubar, die Wirkung ist sehr deutlich.

Schall-Dämmung HL-DU 04 ist ein Akustik-Putz. Er dämmt die Nachhallzeit im Frequenzband 100 Hz - 4.000 Hz. Durch seine "weiche" Struktur werden die Schallwellen nicht reflektiert, sondern absorbiert. Achtung: Als klassischer Akustik-Putz verwendet, darf er nur gestrichen werden; hingegen würde ein harter Oberputz die Dämmung des Nachhalls teilweise negieren.

700 Jahre Lehm-Amtshaus (Marokko) 700 Jahre altes Lehm-Amtshaus (Marokko) 1000 Jahre Lehm-Stadtmauer (Buchara) 1000 Jahre alte Lehm-Stadtmauer (Buchara) 300 Jahre altes Lehmhaus (Uckermark) 300 Jahre altes Niederdeutsches Hallenhaus aus Lehm

200 Jahre altes Lehmhaus (Prignitz) min 200 Jahre altes Lehmhaus mit Zementputz 200 Jahre altes Lehmhaus (Pommern) min 200 Jahre altes Lehmhaus mit Zementputz

Feldsteinmauer mit Lehmkern Feldsteinscheune mit Lehmkern Feldsteinen-Scheune mit Lehmkern Feldsteinscheune mit Lehmkern 200 Jahre altes Lehmhaus + Zementputz min 200 Jahre altes Lehmhaus mit Zementputz ehem. Knechthaus / Leibeigenschaft ehemaliges Knechthaus aus der Zeit der Leibeigenschaft Sobald das Dach kaputt ist, zerfällt jedes Lehmhaus in wenigen Jahren. Sobald das Dach kaputt ist, zerfällt jedes Lehmhaus in wenigen Jahren.