Aussaat und Pflege
Nach einer Herbstfurche (bei gutem Kulturzustand des Bodens kann auch pfluglose bearbeitet werden) ist ein feinkrümeliges Saatbett ohne Verkrustung herzurichten. Der Acker sollte so locker wie für Kartoffeln sein. Bei Wiesenumbruch ist der Einsatz der Scheibenegge in mehreren Arbeitsgängen nötig. Die Aussaat erfolgt im April in einer Saattiefe 4- - 5 cm, in einer Reihenweite wie Getreide. Eine Saatstärke von 50 kg/ha oder mehr sollte unbedingt eingehalten werden. In warmen Jahren kann schon Ende März gedrillt werden. Wird erst Anfang Mai gedrillt, so muss mit geringem Ernteertrag gerechnet werden. Organischen Dünger im Herbst verträgt Hanf sehr gut. Anderenfalls : N: 30-60 kg/ha; P: 25-35 kg/ha; K: 40-80 kg/ha; ; jedoch angepasst auf den Bodenansprüche; außerdem benötigt Hanf ausreichend Kalk. Auf Moorböden ist die N-Gabe deutlich zu reduzieren. Die Düngung sollte zur Saat erfolgen, nicht später. Abgesehen von einer Saatgutbeize ist von jeglichem Pflanzenschutz abzusehen. Die Ernte erfolgt mit speziell umgebauten Mähdrescher. Die Pflanzen werden geschnitten, gekürzt und in ein breites Schwad abgelegt, was ggf. nachgeschwadet werden muss. Die Röste ist das dominante Kriterium für den Preis. Dabei bleibt das Erntegut im Schwad auf dem Acker liegen. Leichte Röste: 2 Regentage bei 15°C und mehr (September) ; oder 9 - 10 Regentage bei 8 - 12°C (Oktober) Volle Röste: 10 Regentage bei 15 °C und mehr (September) ; oder 18 - 20 Regentage bei 8 - 12°C (Oktober) Bei kälteren Außentemperaturen röstet der Hanf wenig. Das Pressen des trocknen, gerösteten Strohs erfolgt in Rund- oder Quaderballen. Es muss so fest wie möglich gepresst werden; leichte Ballen sind teuer zu transportieren und nicht lagerfähig. Die gepressten Ballen sind umgehend trocken einzulagern oder sofort zur Fabrik abzutransportieren. Für Hanfstroh guter Qualität wird ein Preis von 120 €/t gezahlt, für Hanfsamen 50 €/dt konventionell und 90 €/t ökologisch. Über die Qualität des Hanfstrohs entscheidet bei den zertifizierten Hanfsorten nur: 1. Die Dicke der Stängel (maximale Stängeldicke = 10 mm) 2. Die Röste: Gut gerösteter Hanf (R8-R10) läßt sich durch einfaches Brechen vollständig entholzen. Dabei ist das Stroh außen dunkel. Bei einer leichten Röste fällt etwa die Hälfte des Stängelmarks nur durch Brechen heraus, einige Teile bleiben haften. In beiden Röstkassen ist das Stängelmark aber hell. Überrösteter Hanf ist nicht nur außen dunkel, sondern auch das Stängelmark zeigt dunkle Flecken. Dieser überröstete Hanf ist minderwertig. Bei einer ungenügende Röste sind Teile des Stängels noch grün, beim Brechen der Stängel fällt das gebrochene Stängelmark nicht von allein heraus. Die Hanf-Faser-Fabrik verarbeitet vorzugsweise Hanf der Röstklasse R3 - R5. Deckungsbeitragsrechnung
Erlöse Ertrag auf anmoorigen Standorten: bis 12 to/ha Stroh Ertrag auf Mineralböden > 30 BP: 9 - 10 to Stroh Ertrag auf Mineralböden < 30 BP: 7 - 8 to Stroh Samenertrag: Der eigentliche Samenertrag bei durchschnittlich gutem Bestand beträgt 10 dt/ha. Jedoch müssen bei einer kombinierten Nutzung von Stroh und Samen Samenverluste einkalkuliert werden. Dennoch darf mit 6 - 8 dt/ha Samen sicher gerechnet werden.
Transportkosten Die Kosten für den Transport zur Hanf-Faser-Fabrik sind für eine Deckungsbeitragsrechnung von großer Bedeutung. Ein Schlepper-gezogenen Strohhänger transportiert ca. 7 to/Fahrt. Bei einer Entfernung von bis max. 30 km kostet eine einfache Schlepperfahrt 35 €. Also: 10 €/to Bei größeren Entfernungenbis 250 km empfiehlt sich ein Transport per LKW-Spedition: Ein Truck kostet ca. 250 € und läd ca. 10 to. Demnach liegen die Transportkosten bei 250 km: 25 €/to. Positive Effekte gute Vorfruchteigenschaften phytosanitärer Effekt der Hanf-Ackerkultur während der Vegetation keine Bearbeitung keine Verwendung von Pflanzenschutz Vertragsgestaltung Vertragspartner ist die Hanf-Faser-Fabrik, Brüssower Allee 90, 17291 Prenzlau. Vor der Aussaat wird der Vertrag für jeweils ein Anbau-Verarbeitungsjahr geschlossen. Dieser Vertrag ist auch Voraussetzung für die Auszahlung der Flächenbeihilfe.
weitere Info unter: Hanf-Faser-Fabrik: 03984 807730 Ansprechpartner: Axel Seidel: 0170 2438320 Andere Dienstleister zur Hanfernte: Fa. Zielke: 038450 20606 Fa. HSV: 0043699 11520085 Fa. Krumm: 07352 1304 |











