Lebenszyklus der Baustoffe aus Hanf

Cradle to Cradle

Unsere Baustoffe haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft. Hanf wird geerntet, in der Fabrik verarbeitet und schließlich werden aus dem Nachwachsenden Rohstoff Hanf Baustoffe hergestellt. Die Baustoffe werden über den Naturbaustoffhandel vertrieben und von Handwerkern im Haus verbaut. Man lebt darin, wohnt, liebt, erzieht seine Kinder, kommt ins Alter, verläßt diese Welt. Irgendwann wird das Haus rekonstruiert, umgebaut oder abgerissen. Die Hanfbaustoffe werden wieder verwendet und wieder verwendet, bis - aus welchem Grund auch immer - sie irgendwann in die Kompostierung gelangen; so wird wieder Landwirtschaft daraus.

1. Anbau und Pflege

Umweltverträglichkeit des landwirtschaftlichen Anbaus von Hanf Beim landwirtschaftlichen Anbau der Hanfpflanzen werden generell keine Insektenbekämpfungsmittel, Pflanzengift o.ä. verwendet. Die Schadstofffreiheit wird regelmäßig kontrolliert.

Kein Genhanf

Zwar gibt es derzeit noch keinen genmanipulierten Hanf, aber anlässlich der neuen Skandale um genmanipulierten Mais verpflichten wir uns, auch zukünftig keinen genmanipulierten Hanf zu verarbeiten und auf jeden Fall gegen eine Genmanipulation des Hanfes zu schreiten.

kbA - Hanf (kontrolliert biologischer Anbau)

Mit Landwirtschaftsbetrieben schließen wir über Anbau und Erntegut-Abnahme Verträge ab und überwachen gemeinsam Anbau und Ernte. In den letzten 20 Jahren nimmt der Anteil der Hanf-Flächen, die kontrolliert biologisch gemäß EU-Richtlinie (kbA) bewirtschaftet werden, fast jedes Jahr zu. Aber auch konventioneller Hanfanbau verzichtet auf jeglichen chemischen Pflanzenschutz.

2. Kein Pflanzenschutz

Es wird nicht gespritzt, kein Fungizid, kein Herbizid, kein Insektizid. Düngung: entweder Gülle oder Hanf-Kompost aus Reststoffen der Hanf-Produktion oder aus Hanf, der - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr wiederverwendet werden soll, sondern kompostiert werden muss. Nach einer wahrscheinlich Jahrhunderte langen Nutzung ist ein Verbingen von Hanf als Biomasse auf dem Acker unproblematisch und wünschenswert, denn der Hanf verbessert die Bodenstruktur des Ackers.

3. Ernte gemeinsam mit den Landwirten

Von der Aussaat bis zum Einbringen des Erntegutes stehen wir im engen Kontakt mit den Landwirtschaftsbetrieben, das Mähen des Bestandes und das Dreschen der Schwade übernehmen wir selbst.
Natürlich arbeiten unsere Hydrauliksysteme mit Rapsöl. Und natürlich wird unsere Combine nur mit Hanf-Waschpaste gepflegt. Synthetische Tenside kommen da nicht ran!

4. Plastikmüll auf den Feldern

Die Felder in Deutschland sind nicht mehr die sauberen Ackerflächen wie vor der Einführung der Plastikverpackungen. Auf fast allen Ackerflächen finden sich Plastik-Flaschen, Becher, Folien, Einkaufstüten usw. Dieser Plastikmüll wird unweigerlich mit geerntet. Besonders bei der Ernte von Mais als Silage-Futtermittel ist es ein schweres Problem. In der Uckermark noch relativ wenig, mehr in der Nähe großer Städte.

Auch bei der Hanfstroh-Ernte können Plastik-Reste in die Strohballen mit eingepresst werden. Beim Rohstoff-Eingang haben wir eine Qualitätskontrolle, hier kontrollieren wir die Strohballen äußerlich nach Plastik-Resten. Bei der Rohstoff-Aufgabe zum Produktionsbeginn kontrollieren wir zum zweiten Mal, hier finden wir am meisten. Aber es kann sich auch schon mal was "durchschummeln". Eine dritte Kontrolle führen wir vor der Verpackung der Fertigware durch, hier wieder nur äußerlich.

Sollten Sie doch einmal Plastik-Verunreinigung in den Hanffasern finden, bitten wir um Entschuldigung für unsere unachtsamen Mitmenschen, die Plastikverpackungen wegschmeißen, und bitten wir um Entschuldigung, dass wir alle so verantwortungslos die Unmenge an täglichen Verpackungen hinnehmen.

 

5. Verarbeitung und Herstellung

Umweltverträglichkeit der Herstellung von Hanf-Produkten

Bei der Herstellung unserer Produkte werden keinerlei chemische Hilfsmittel oder Zusätze, keinerlei Bindemittel oder Aromastoffe verwendet. Den Hanf verarbeiten wir rein mechanisch. Konkret garantieren wir für alle unsere Baustoffe:

  • Alle Baustoffe werden voll deklariert.
  • Wir verwenden keinerlei nicht deklarierte Zusätze für oder gegen Entflammbarkeit, Insektenschutz, Pilzschutz, Farbstoffe, Parasitenschutz und Konservierung.

Vielmehr bestehen unsere Baustoffen nur aus Hanf und Zusätzen wie Lehm aus einem Tagebau nahe Prenzlau, Quarzsand aus einem Tagebau 45 km von Prenzlau. Erweitert durch andere Nachwachsende Rohstoffe wie Schilf oder Ölleinen, und voll deklarierte Zusätze wie Roggenleim oder Kalk.

6. CO2 - Bindung

Klimaschutz durch langfristige CO2- Bindung

Durch den Einsatz von Dämmstoffen werden die Heizaufwendungen reduziert, wodurch der Ausstoß von CO2 verringert wird. Darüber hinaus wird durch den im Hanf gespeicherten Kohlenstoff langfristig CO2 gebunden, da Hanf während seines Wachstums in der Atmosphäre bereits vorhandenes CO2 zu Cellulose und Hemicellulose verarbeitet. Folglich wird nicht nur der Ausstoß von CO2 verringert, sondern durch den Erwerb und den Einbau von Hanf-Dämmstoffen wird der CO2-Gehalt der Atmosphäre effektiv verringert. Beim Erwerb von Hanf-Dämmstoffen stellen wir Ihnen darüber ein Zertifikat aus:

7. Reststoffe der Produktion

Alle unsere Produkten sind 100% biologisch abbaubar. Nach einer (wahrscheinlich mehrfachen) Verwendung können alle Produkte einer Kompostierung zugeführt werden oder direkt auf den Acker als Biomasse-Dünger. Auch alle Reststoffe der Produktion sowie Stäube werden als Biomasse auf den Acker zurück gebracht. An unseren Produkten kann demnach kein Entsorgungsunternehmen profitieren, ausgenommen an den Verpackungsmaterialien. Bei den Verpackungsmaterialien entschieden wir uns zum einen für ungebleichte Papiersäcke aus Recyclingpapier, zum anderen bei der HDW für Foliensäcke aus recycliertem PE. Die Säcke aus recycliertem PE nehmen wir gern wieder zurück. Ansonsten zahlten wir (wie jeder Hersteller) beim Kauf der Säcke bereits an das DSD für die Entsorgung in der Gelben Tonne. Analog für die Papiersäcke, die kommen in die Blaue Papiertonne. Wir selbst betreiben nebenbei eine Altpapier-Annahmestelle, auf der wir natürlich die Papiersäcke zurück nehmen.

EURO-Paletten sind europaweit standardisierte Mehrweg-Paletten, die im Tauschverfahren von nahezu allen Speditionen und den meisten deutschen Herstellern akzeptiert werden. Das System der EURO-Paletten gilt neben den See-Containern weltweit als das Vorbild von Mehrweg-Logistik-Systemen.

BigBag's sind Mehrweg-Gewebesäcke für industrielle Kleinmengen (bis zu 1.000 kg). Wir nutzen ausschließlich gebrauche BigBag's.

Marx und der Profit in der Entsorgungsgesellschaft

Gewöhnlich wird für ein Handels- oder Verarbeitungsunternehmen (vereinfacht) der nominale Mehrwert aus dem marxschem Ansatz G W G' als Differenz G'-G ermittelt. Nach Abzug aller Aufwendungen ergibt sich daraus der Gewerbeertrag.

Bei einem Entsorgungsbetrieb ist die Umsetzung von Ware durch eine Verschiebung des Wertebereiches gekennzeichnet. Der Verkauf von Ware ist im allgemein nicht umsatzrelevant. Eher gilt bei einem Entsorgungsbetrieb: -G W -G'. Der Warenbezug dient als gewinnrelevante Größe, der Warenabgang ist gewöhnlich Gewinn schmälernd. Im erwünschten Fall gilt: -G W 0, im Idealfall -G W G' Danach ist der nominale Mehrwert: 0 -(-G) = G oder G' -(-G) = G' + G. Folglich ist eine Entsorgungsunternehmen im Sinne der marxschen Mehrwertermittlung ungleich profitabler als ein Unternehmen, welches neue Produkte herstellt.

8. Ohne Strom aus Kernkraft-, Kohle- oder Gaskraftwerken

Schon vor der Einführung der dezentralen Solar- und Windenergie arbeiteten wir mit eigenem Strom. Vor 20 Jahren begannen wir mit einer eigene Stromversorgung über ein eigenes Block-Heiz-Kraftwerk BHKW, auch als Kraft-Wärme-Kopplung KWK-Anlage bekannt. Mit diesem BHKW waren wir 1996 das erste KMU des produzierenden Gewerbes. Da wir im Netzparallelbetrieb arbeiteten, waren und sind wir auf Pufferenergie aus dem Netz angewiesen. Seit dem es Ökostrom auf dem Markt gab, bezogen wir Ökostrom. Heute haben wir eine Solaranlage auf dem Dach, die schon bei nur mittlerem Sonnenschein so viel Elektroenergie liefert, wie wir unter ihr in den Produktionshallen verbrauchen.

9. Vertrieb über den Naturbaustoffhandel

Unsere Produkte werden durch den Fachhandel für Naturbaustoffe vertrieben. Dabei gilt das Prinzip des Fairer Handels auch in Deutschland. Wir streben keinen Welthandel an und beschränken uns auf die nahen Regionen in Europa. Grundsätzliches

Ziel unserer Hanf-Genossenschaft ist die regionale Herstellung und Vermarktung, was langfristig bedeutet, dass es viele Hanffabriken in Deutschland und darüber hinaus in ganz Europa geben muss und wird, um die Rohstoffwende sinnvoll zu gestalten.

10. Einbau durch den Handwerker

Solides Handwerk ist die Grundlage für einen guten Bau und für Friede und Eintracht, die darin walten sollen.

11. Rückbau

Solides Handwerk kann auch solide zurückbauen. Dann folgt Wiederverwendung und Wiederverwendung.

12. Kompostierung

Wie schon oben beschrieben, ist Hanf auf dem Acker zurück gebracht eine Bodenverbesserung und von Landwirten gern gesehen.