Feuchtigkeit an Unterspannbahnen häufige Fragen

 

Dachkonstruktionen:

Den modernen Wohnungsbau begleitet die Forderung, energiesparende Räume zu errichten, was i.d.R. eine gute Dämmung der Außenwände (einschließlich Fussboden) und des Daches einschließt. Seit vielen Jahrzehnten wird in Mitteleuropa immer "dicker" gedämmt, was leider bei "billigen" Bauausführungen, die im Stand 20 oder 30 Jahre alt sind, die Gefahr von Mängeln einschließt. Der schnellen Entwicklung der Bauindustrie kommt die deutsche Normierung DIN leider viel zu langsam nach, sodass es immer ratsam ist, nicht nur die VOB auf die DIN auszurichten, sondern rechtzeitig - also schon in der Planungsphase - einen Sachverständigen zurate zu ziehen.




Funktion eines Unterdaches:


In ausgebauten Dachstühlen muss sichergestellt werden, dass auch bei widrigen Witterungsverhältnissen kein Wasser in die Dämmung bzw. den Baukörper gelangt. Daher hat sich eine wasserabführende Unterkonstruktion durchgesetzt. Diese wurde bis vor einigen Jahren hauptsächlich durch das Anbringen einer Unterspannbahn direkt auf die Sparren und einer Konterlattung für die Dachsteine gelöst. Den durch die Dachfugen eintretenden Tropfen wird die Möglichkeit gegeben, nach unten abzufließen.
Bauschäden durch Diffusionsabschluss veränderten diese Unterspannbahnen. Heute sind i.w. offenporige Unterspannbahnen mit sehr geringen Diffusionswiderständen erhältlich.
Offenporige Unterspannbahnen aber lassen nicht nur Feuchte aus dem Dämmraum nach Außen, sondern sie ermöglichen einem Wasserfilm, der sich vor allem im Herbst und im milden Winter außen auf der Unterspannbahn bildet, durch die Poren in den Dämmkörper zu dringen.


Der Wasserfilm an der Unterspannbahn kann durch die Poren in die Dämmung gelangen.

Eine Hartschale lässt den Wasserfilm ablaufen, ohne dass er in die Dämmung gelangt.





Bei der Nutzung einer offenporigen Unterspannbahn ist, egal welcher Dämmstoff benutzt wird, mit einem Feuchteeintritt durch die Poren der Unterspannbahn zu rechnen.

Es ist zu empfehlen, einen Dämmstoff zu nutzen, der den Feuchteeintritt in der warmen Jahreszeit wieder rückgängig machen kann, bevor sich Wasserschäden einstellen. Bei sachgerechter Bauausführung gewährleistet die Hanffaser-Dämmwolle zwar bei geringfügigem Wassereintritt eine Ausdampfung der eingetretenen Feuchtigkeit, jedoch ist in jedem Fall eine diffusionsoffene Hartschale des Unterdaches zu bevorzugen.

Abgesehen vom Eintritt des Wasserfilms aus eingedrungenem Regenwasser kommen Materialermüdungen der zumeist auf Polyethylen basierenden Unterspannbahnen hinzu, so dass einer Hartschale z.B. aus Holzfaserplatten der Vorzug gegeben werden sollte.