Stopfdichte HDW

 

    Hanf-Dämm-Wolle wird werkseitig so konfektioniert, dass nach dem Öffnen des Lieferballens das Material durch händisches Einbringen in einen Hohlraum genau die geforderte Dichte annimmt.

Die Normdichte beträgt 50 -60 kg/m³.
Amtlich geprüft wurde der Baustoff bei einer Stopfdichte bei 50 kg/m³.
Die bauphysikalischen Eigenschaften verbessern sich (geringfügig) bei höherer Dichte.

Unsere Erfahrung:
Kleine Dämmstärken bis 16 cm lassen sich nicht anders befüllt als ca. 50 kg/m³.
Größere Dämmstärken werden etwas dichter befüllt.
Bei größeren Dämmstärken ab 20 cm ca. 55 kg/m³.
Bei größeren Dämmstärken ab 28 cm ca. 60 kg/m³.

 

richtiges Verarbeiten


1. Der Dämmraum muss optisch gut gefüllt sein!

2. Den Dämmraum ohne Kraft füllen!

Ein Gefach mit 40 kg/m³ wirkt optisch ungenügend gefüllt und fühlt sich luftig an.
Das Normmaß 50 kg/m³. resultiert aus der werkseitigen Konfektionierung der Hanf-Dämmwolle.
Nur mit Kraftaufwand ist eine wesentlich höhere Dichte erreichbar. Die Hanf-Dämmwolle ist jedoch bestrebt ihre Normaldichte anzunehmen. Nach festem Stopfen federt die Hanf-Dämmwolle aus dem offenen Gefach zurück.

Bemernkung 1.
Misch-Matten aus Hanf und Polyester mit Dichten von 30 - 40 kg/m³ können nur hergestellt werden, durch hohe Anteile  leichter Kunststofffaser. Zudem wird eine "weichere" Hanffaser-Konfektionierung (Röstgrad, Kardaufschluss etc.) verwendet.
Bemerkung 2.
Auch Kalfaterfasern haben eine andere Konfektionierung. Mit ihnen lassen sich in  schmalen Fugen mit  Spachteln Dichten zwischen 120 - maximal 150 kg/m³ erreichen. Im offenen Gefach ist auch mit Kalfaterfasern eine solche Dichte niemals erzielbar.

Kontrolle

Seitens der Verarbeitung empfehlen wir immer die eine optische Kontrolle.
Wir empfehlen dem Bauverantwortlichen oder dem Bauherren:
1. Die verwendete Dämmstoffmenge kann über die gesammelten Beipackzettel abgerechnet werden.
2. Als optische Kontrolle können vor dem Verschließen Fotos der Fläche angefordert werden.

Im Bild sind Mängelstellen zu sehen.
Sobald die Dämmdichte zu gering ist, werden Löcher sichtbar.
Problemstellen sind immer die Ecken.
Überstände der Dämmung über die Dämmhöhe hinaus sind unproblematisch und werden spannungslos vom der Bauplatte oder der Luftdichtungsbahn in den Dämmraum verwiesen.

 

 

Eigengewicht und Verdichtung


Bei großen Höhen einer vertikalen Dämmung, spielt das Eigengewicht der Dämmung für die Verdichtung eine größere Rolle. Bei 30 cm Dämmstärke und bei vertikalen Gefach von 5 m Höhe und 1 m Breite, wiegt die Hanf-Dämmwolle ca. 90 kg. Das entspricht dem Gewicht eines Mannes, auf der Dämmung stehend.
Daher ist es unbedingt erforderlich
entweder alle 3,5 m eine Querung zum Auffangen des Eigengewichtes zu ziehen,
oder durch die Stufen der Sparschalung das Eigengewicht alle 30 bis 40 cm aufsitzen zu lassen.

Bei glatten Gefachwänden (Reibungsfaktor=0) wirkt die gesamte Masse des Dämmstoffs als Gewicht. Bei einer Dachneigung von 45° noch mit dem Faktor 1/(√2). Das Eigengewicht des Dämmstoffs führt immer zu einer zusätzlichen Verdichtung, die durch konstruktive Gegenmaßnahmen zu verhindern ist.


Änderung der bauphysikalischen Parameter bei unterschiedlichen Stopfdichten


Die statische Wärmeleitzahl (Tabelle) verbessert sich geringfügig bei höherer Dichte. Die offizielle Angabe von 0,045 wird dadurch nicht in Zweifel gezogen. Die dynamische Wärmeleitzahl verbessert sich ebenfalls geringfügig.

Für eine Stopfdichte von 40 kg/m³ (händisch vereinzelte Fasern) wurde die Brandschutzklasse B2 geprüft.
Für eine Normdichte 50 kg/m³ wurden die Brandschutzklassen C-s2-d0 , C-s3-d0 und E (B2) geprüft.
Die Brandschutzklasse bei höherer Stopfdichten verbessert sich.

Der Stömungswiderstand steigt bei höheren Stopfdichte.



Setzungssicherheit


Die Setzungssicherheit wird über 1. Langzeitversuche, 2. Setzungsverhalten nach Erschütterung und 3. Setzungsverhalten nach Vibration bewiesen.

Langzeitversuche:
Gemeinsam mit der TU Graz wurden zwei Langzeitversuche dokumentiert:
a) 250 mm Dämmstärke mit 50 kg/cbm, Hohlraumdämmung im Ständermaß von 810 mm, beidseitig "glatte" Agepanplatten ohne Querung vertikal in einer Höhe von 3,00 m
b) 450 mm Dämmstärke mit 60 kg/cbm, Hohlraumdämmung im Ständermaß von 810 mm, beidseitig "glatte" Agepanplatten ohne Querung vertikal in einer Höhe von 3,00 m

Setzungsverhalten nach Erschütterung
In Laborversuchen vom ecolabor Neubauer wurden Prüfgefäße mit 50 kg/m³ gefüllt. Diese wurden 20 mal aus einer Fallhöhe von 50 mm erschüttert. Ergebnis war ein negatives Setzungsmaß, das heißt, der Dämmstoff hat sich während der Erschütterung nicht gesetzt, sondern ist um 0,2 - 0,4 % aufgegangen.

Setzungsmaß nach Vibration
In Laborversuchen vom "ecolabor Neubauer" wurden ein Wandaufbau nachgebildet. Dieser wurde Sinusschwingungen ausgesetzt. Das Setzungsmaß nach Vibration betrug 0%.

 

Die Farbe
  Hanf-Dämm-Wolle kann in der Farbe deutlich variieren.
Normalerweise ist er grau.
Scheint die Sonne rauf, bleicht er aus, wird blond.
Diese Farbe nennt man "flachsblond". Nicht zu verwechseln mit gelb. Flachsblond hat immer einen grauen Taint.

Wenn während der Ernte viel Sonne schien, bleichte diese den Hanf blond.
Mitunter bleibt noch ein kleiner grüner Schimmer vom Chlorophyll (Foto).

Einige Mattenhersteller verkaufen braune Hanfmatten.
Hanf ist normalerweise grau.
Hanf ist niemals braun.
Holzfaser ist braun.
Nur gefärbte Hanfmatten können braun sein.