Hitzebeständigkeit von Hanffasern

Temperaturen bis 80 °C

Hanf wird generell während der Verarbeitung in der Hanffaser - Fabrik (in Prenzlau) mit einer Temperatur von 80 °C ca. 6 Minuten beaufschlagt. Diese Trocknung bei 80 °C (Dörre) ist Teil des Produktionsprozesses.

Temperaturen bis 270 °C

Hanffasern sind aufgrund ihres festen zellaren Verbundes äußerst hitzebeständig. Faserschädigungen, die die Reißfestigkeit merklich beeinträchtigen und sie als Verstärkungsmaterial z.B. in Kunststoffverbundsystemen einschränkt oder etwa die Zugfestigkeit eines Seiles herabsetzt, beginnen erst bei längerem Konfrontieren mit Temperaturen ab 270 °C.

Eine kurzzeitige Erhitzung (1 - 2 Minuten) bei 240 - 260 °C verursacht kein merkliches Herabsenken der Reißfestigkeiten, des E-Moduls u.a.

Temperaturen bis 900 °C

Bei höheren Temperaturen über 270 °C wird die Hanffaser je nach Dauer der Temperatureinwirkung zunächst dunkel, bis die Begleitsubstanzen der Zellverbunde verkohlen und die Faser schwarz wird.

Die Selbstentzündungstemperaturen der Hanffasern liegt, eigenen Versuchen nach, bei ca. 900 °C. Folglich sollten Temperaturen über 270 °C auf Dauer vermieden werden.

Eigener Brandtest mit dem Feuerzeug

Bekanntlich werden Streichhölzer aus Bauholz hergestellt. Streichhölzer brennen allerdings sehr schnell. Bauholz brennt bei weitem nicht so schnell. Große Eichenbalken zum Beispiel brennen sehr schlecht.

Hanffasern sind härter als Eichenfasern, sie brennen im verdichteten Zustand sehr schlecht. Einzelne Fasern hingegen sind noch viel dünner als Steichhölzer und haben ein völlig anderes Brandverhalten als verdichtete Fasermengen.

Wenn Sie einen eigenen Brandtest mit Ihrem Feuerzeug machen, nehmen Sie bitte keine vereinzelten Fasern, sondern zum Beispiel einen mit den Händen geformten Ball von Fasern, dann haben Sie etwa die Verdichtung im Gefach.

Hanf-Dämmung

  1. Hanf ist zwar brennbar, brennt aber nicht gut.
  2. Der Qualm erzeugt natürlich Rauchgas, aber keine Dioxine oder ähnliches.
  3. Hanf schmilzt nicht im Brandfall und tropft nicht brennend ab.
  4. Während des Brandes fällt die Dämmung nicht plötzlich in sich zusammen.

Als Wichtigstes erachten wir, dass außer Rauchgas keine anderen gefährlichen, extrem giftigen Gase entstehen.

Hier eine Erfahrung mit Mineralwoll-Dämmung.

Mineralwolle, Steinwolle wie auch geschäumte Kunststoffe haben zwar eine erstklassige Brandschutzzulassung, jedoch sieht man leider solche Bilder:

13. April 2015: Feuer in Mineralwoll-Dämmung - unser Nachbarbetrieb brennt.
Viele glauben: Eine Hallenwand ist doch eine Blechwand. Leider Falsch. Hallen werden heute meist aus Sandwichplatten gebaut: Blech+MiWo+Blech. Aber Mineralwollmatten enthalten Phenolharze, Polyurethane und Formaldehyde. Diese Stoffe sind brennbar. Außerdem ist der Rauch giftig. Bei geschäumten Kunststoffen noch viel mehr. Extrem giftig! Das Blech hilft nur einen kurzen Moment.

Die Rauchsäule war 20 km lang, zog sich in Richtung Schmölln. Giftiger schwarzer Rauch von PU und Formaldehyd, natürlich alles mit deutscher Brandschutzzulassung. Dieses Video ging in Prenzlau von Handy zu Handy: