Indikatoren für Wasserschäden

Staubläuse

Staubläuse werden bis 1mm groß und gehen nicht auf den Menschen; sie ernährt sich scheinbar von Staub. Tatsächlich ernähren sie sich von Sporen, Flechten u.ä. auf nassen Holzfasern, feuchtem Papier oder nassem Weichholz. Man findet sie beispielsweise unter Baumrinde, in klammen Büchern (Bibliothekslaus) und in Vogelnestern. Staubläuse können also vielfältig in Wohnungen gelangen.

Es gibt zwei Ursachen für Staubläuse in der Wohnung:

  1. Bauschäden mit Nässeeinbruch (defekte Regenrinne o.ä.)
  2. Baufeuchte nach Neubau

Gibt es Staubläuse, so hilft nur: Austrocknen!!! Beim Austrocknen wird die Nahrungsgrundlage genommen, es kommt zur Massenflucht auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen. Trocknet also die Brutstätte eine Staubläusepopulation aus, dann findet man die Staubläuse auf Wanderschaft in der Wohnung. Das Problem ist beendet, wenn die Population ausstirbt.

Staubläuse sind 0,3 - 1 mm groß. Wenn sie fliegen, handelt es sich wahrscheinlich nicht um Staubläuse, sondern um "Heufliegen".


Pilze aus der Wand

Es kommt vor, dass im Gebäude aus einer Zimmerdecke oder aus der Decke massiger Kellergewölbe zierliche, glasige, zerbrechliche Hutpilze (mit Lamellen und langem Stiel) auswachsen. In jedem Fall war ein länger unentdeckt gebliebener Wasserschaden vorangegangen, in dessen Folge sich das Wasser in den darunter liegenden Wand- und Deckenbauteilen verteilte. Holzbalken, alte Strohfüllungen, Dämmung u.a. gaben das Nährsubstrat. Von diesen Tintlingen bleiben alsbald nur deren Spuren (z.B. unter der Geschossdecke) noch lange erhalten und geben dem Entdecker bald ein Rätsel auf, weil er die dafür verantwortliche Pilzfrucht gar nicht mehr erkennen kann.

Schimmel oder Salze ???

Bei schwarze Verfärbungen an Außenwänden handelt es sich nicht automatisch um "Schwarzschimmel", wie oft voreilig begutachtet wird. Oftmals sind es Salze, die aus feuchtem Mauerwerk im Zuge der Austrockung ausblühen. Eine Lupe hilft! Schimmel bildet ein Myzel, welches einem "Spinnweben" gleicht. Salze bilden immer Kristalle, Schneeflocken ähnlich.

Algen an der Fassadendämmung

Bericht des Deutschlandfunk vom 21.07.2008 (gekürzt)

"Mit der Luft gelangen Aeroterrestrische Mikroalgen wie Stichococcus, Szenedesmus oder Nostoc zur Hausfassade. Besonders der Putz auf einer Styropor-Fassadendämmung ist Nährboden für die Algen.

Putz, der mit Zuschlagstoffen hydrophobiert oder mit einem hydrophoben Anstrich versehen wurde, ist schon nach kurzer Zeit extrem verschmutzt, gerade in den Rillen und Unebenheiten sammeln sich Schmutzpartikel und Mikroorganismen, grüne Bereiche werden sichtbar.

Die Experten vom Fraunhofer Instituts für Holzforschung in Braunschweig empfehlen deshalb hydrophile Materialien. Sie absorbieren das Wasser und entziehen den Algen damit die Lebensgrundlage.

Nur leider - so die Experten - habe die Industrie ungenügend auf die neuen Herausforderungen reagiert. Das Gros der Hersteller produziert nach wie vor Putze mit wasserabweisenden Eigenschaften. Angaben darüber - ob der Putz hydrophobe oder hydrophile Eigenschaften besitzt - seien ebenfalls eher die Ausnahme. Dabei sind Algen auf dem Putz nicht nur ein ästhetisches Problem: Die Organismen scheiden Säuren aus, die das Material auf Dauer zerfressen und schädigen können."

Bemerkung:
Uns ist keine Beispiel bekannt, dass mit unseren Produkten gedämmt wurde und bei dem Algenprobleme auftraten.

Pilze aus der Dämmung

Treten auf dem Dachboden oder in einer offenen Dämmung zelluloseabbauende Pilze auf, so ist es ein sicheres Zeichen für Nässe. Oft erkennt man Schäden am Dach, etwa defekte Ziegel oder Schäden in der Regenwasserabführung. Immer sind solche Fruchtkörper Indiz für "Wasserschäden" oder permanent nasse Bereiche, etwa durch drängendes Grundwasser. Bei nasser Hanfdämmung oder an zu langsam getrocknerten Hanf-Lehm-Wänden können Tintlinge wachsen (Bild unten links).

Hier hilft nur Austrocknen!

Sind erst der Echter Hausschwamm (Serupla lacrymans), Gelbrandiger Hausschwamm (Serpula pinastri), Brauner Kellerschwamm (Coniophora puteana) oder Weißer Porenschwamm (Poria vaillantii) im Haus, war der Feuchteschaden zu überwältigend. Viele Bauherren werfen dann das Handtuch. Auf jeden Fall reicht beim Hausschwamm ein Austrocknen des Baukörpers nicht mehr aus. Sein Myzel erstreckt sich durch Mauerwerk und Beton (Bild unten rechts).


Stand der Technik nach 1970

Einige der in den 70-er und 80-er Jahren gebauten Häuser sind inzwischen schon Sanierungsfälle. Nicht aus Gründen alterschwacher Bausubstanz - dieses ist nach 30 - 40 Jahren unwahrscheinlich -, vielmehr aufgrund zunehmender Klagen der Bewohner nach Modergeruch, Barackenklima, Schimmel an den Wänden etc.

1976 wurde dieses Haus in Mitteldeutschland gebaut - nach dem Stand der Technik: Mineralfaserdämmung mit innenseitiger Diffusionssperre, außenseitig verschlossen gegen Wetter und Feuchtigkeit.

Überall Schimmel, die Holzkonstruktion ist angegriffen:

Auf der Innenseite eine Dampfbremse, außen relative diffusions offen. Trotzdem trat Feuchtigkeit ein und verursachte das Wachsen von unbeliebten Kulturen:

Die Dampfsperre wurde ordnungsgemäß angebrachte, der Bau sachgerecht ausgeführt -- auch heute zählt diese Bauweise noch als "Stand der Technik":

Selbst die Dämmung ist von Schimmel durchsetzt. Die Holzverkleidung ist zum Teil völlig von Schimmel zerfressen, obwohl eine Durchlüfungsebene zwischen Außenwand und Fassade sachgerecht angebracht wurde.

Noch ist die Ständerkonstruktion stabil, nur die Schimmelbelastung war Anlass für die Sanierung. In 20 Jahren wäre auch die Holzkonstruktion hinüber:

Den Schimmel in der Dämmung und an der Außenverkleidung bemerkten die Bewohner durch die Geruchsbelästigung. Doch der Geruch ist eines, die Gefahr von schimmligen Wänden für die Gesundheit ein weiteres:

Also: Alles raus - Mineralwolle entsorgen - Ständer ausbessern - belastetes Holz raus - Rest kalken - Hanf rein / Hanf-Einblasdämmung in die Gefache - verkleiden - fertig