Wandaufbau im Riegel- / Ständerwerk

mit Hanf-Lehm LLS 400 / erdfeuchte Stampflehmwand

Wandelemente

Stampflehm, der gleichzeitig dämmen soll, kann keine statischen Aufgaben übernehmen. Er ist lediglich selbsttragend. Ein Wandaufbau aus Leichtlehm muss folglich immer einen Riegelbau / Ständerbau oder ein Fachwerk voraussetzen. Zwischen den Riegeln / Ständern oder im Gefach entstehen Wandelemente im Aufbau einer Stampflehmwand von 30, 40 oder 50 cm. Es sind die Trockungsbdingungen zu beachten: Luft! Luft! Luft! Und die Aufbauarbeiten sollten im Hochsommer abgeschlossen sein.

erdfeucht Mischen

Die LLS 400 wird trocken angeliefert. Sie wird ohne Rühren mit Wasser angemischt. Nicht rühren! Sack mit LLS 400 in eine Karre leeren, 20 Liter Wasser zugeben. Inhalt der Karre auf befestigte Fläche leeren. LLS 400 in Karre zurück schaufeln - fertig.

Vorbereitung

Wenn die Riegel / Ständer weiter als 1 m auseinander stehen, sind außen und innen senkrechte Zwischenständer zu setzen.

Verarbeitung

  1. außen und innen werden ca. 50 cm Schalungsbretter montieren.
  2. lagenweise erdfeuchte LLS 400 einbringen - Hohlräume beseitigen, LLS 400 verdichten.
  3. untere Schalungsbretter wieder demontieren, versetzt arbeiten.

Lage für Lage die Gleitschalung montieren, erdfeuchte LLS 400 einbringen, Hohlräume vermeiden, LLS 400 leicht verdichten, Gleitschalung wieder entfernen. Die Gleitschalung wandert bis die Wand fertig ist. Die Unterkonstruktion (senkrechte Ständer) bleibt zunächst in der Dämmung. Sie kann später demontiert werden oder sie verschwindet unter dem Dämmputz. Zum Trocknen der erdfeuchten LLS 400: Luft! Luft! Luft! Erst nach vollständigem Abtrocknen die Dämmwand mit HL-Dämm-Putz verputzen.

Witterungsschutz

Außen ist ein hinreichender Witterungsschutz aufzubringen. Diese kann ein zwei- oder mehrlagiger Außenputz, eine Vormauerschale oder eine Holzfassade sein.

Abschluss innen: Dämmputz + Feinputz

Dämm-Unterputz HL-DU04 schließt die offenporige Dämmwand aus LLS 400. Der Dämmcharakter wird materialgleich bis zur Wand-Oberfläche fortgeführt. Mit dem Dämm-Unterputz HL-DU04 werden alle Unebenheiten, Fehlstellen und Trocknungsfugen ausgefüllt. Wenn die Ständerleisten entfernt werden, ist der Hohlraum ebenfalls mit Dämm-Unterputz zu füllen. Bei dickem Auftrag kommt es zu Schwundrissen. Diese sind nachzuarbeiten. Den Abschluß bildet ein Lehm-Feinputz von 2-3 mm.

Längs-Schwund

Da jeder Leichtlehm, der erdfeucht verarbeitet wird, mit dem Austrocknen auch an Volumen verliert, ist immer das Schwinden der Wandblockelemente zu berücksichtigen.

Wenn mehrfach quer verstebt wird, kommt es mitunter zu 10 bis 15 mm starken Rissen und Fugen innerhalb der Wand. Daher empfiehlt sich, auf Querstreben zu verzichten und überwiegend Längsständer zu errichten. Die Schwundfuge zeigt sich dann nur oben, das Wandelement schwindet im Ganzen, wird also 10 - 20 mm kleiner. Der oben frei werdende Spalt ist im nach der Trocknung erneut mit LLS 400 zu verschließen.

Eventuelle Anker, um die Stampflehmwand zu arretieren, sind nach dem Trocknen zu setzen, dass der Stampflehm nicht am Anker abreißt und der Anker dadurch seiner Wirkung beraubt wird.

Trocknung

Luft! Luft! Luft! Möglichst natürlich warme Luft! Die Aufbauarbeiten sollten im Hochsommer abgeschlossen sein.

Salzbildung

Wenn sich das Trocknen verzögert, kann es zu Salzausblühungen an der Oberfläche kommen.

gemauerte Vorsatzschale

Eine Möglichkeit, die Trocknungszeit besser kontrollieren zu können, ist die Verwendung einer Innen- und Außenschale aus gemauerten Hanf-Lehm-Steinen HL-2DF500.

Hanf-Lehm-Steine HL-2DF500 werden mit einem Hanf-Lehm-Dämm-Mörtel vermauert. So entstehen keine Wärmebrücken. Das leichte Dämm-Vormauerwerk muss am Ständerwerk durch Bänder verankert werden. Der Zwischenraum wird mit LLS 400 gefüllt. Hier ist vorzugehen wie bei der LLS 400 - Wanddämmung.