Raumschall - Dämmung

Selbst die besten Fenster dämmen den Schall nur so gut wie ihr Anschluss. Als Fugendichtung dämmt Hanf den Schall so gut wie kaum ein zweiter Dämmstoff.

Die akustische Entkopplung zwischen Räumen oder Etagen unterscheidet

  1. Trittschall: die Schallausbreitung über das Bauwerk (Deckenbalken, Beton und Mauerwerk etc.)
  2. Luftschall: die Ausbreitung über Zwischenwände gegen Nachbarräume, Dachdämmung gegen Straßenlärm etc.

Zwischenwände und Geschossdecken müssen vor allem akustische Dämmfunktion übernehmen. Wärmedämmung steht bei Zwischenwänden im Hintergrund. Bei Leichtbauwänden ist die Wahl der Hohlraumdämmung genau so wichtig wie die Wahl der Sichtplatten. Die Hanf-Dämmwolle erfüllt die Forderung nach Hohlraumdämmung in außerordentlichem Maße. In Verbindung mit einer geeigneten Platte, kann die Schallübertragung effektiv behindert werden.

Frequenzbereiche werdern unterschiedlich gut absobiert:

  • Nachhallzeit T1: Hallraum ohne Prüfgut
  • Nachhallzeit T2: Hallraum mit Prüfgut
Terzbandmittenfrequenz Nachhallzeit T1 (s) Nachhallzeit T2 (s) Schallabsorptionsgrad
100 6,55 5,82 0,06
125 8,27 6,31 0,12
160 7,32 6,34 0,07
200 7,40 5,53 0,14
250 7,85 5,52 0,17
315 7,84 5,26 0,20
400 7,57 4,53 0,28
500 7,24 3,81 0,39
630 6,94 3,59 0,42
800 6,48 3,05 0,54
1000 6,10 2,80 0,61
1250 5,86 2,59 0,67
1600 5,31 2,32 0,76
2000 4,57 2,01 0,87
2500 3,95 1,79 0,95
3150 3,11 1,60 0,94
4000 2,65 1,47 0,95
5000 2,31 1,35 0,97

Selbst bei sehr geringen Dämmstärke von 3,5 cm (Zwischenwand-Dämmung) resultiert ein Schallabsorptionsgrad 0,55 (H).

Noch effektiver ist die Verwendung der Hanf-Leichtlehm-Schüttung in Geschossdecken. Um die Schallausbreitung über das Bauwerk zu verringern, entkoppelt man akustisch aneinander stoßende Bauteile (Trittschalldämmung). Um die Ausbreitung des Luftschalls zu verringern, muss der Schall in gedämmten Hohlräumen absorbiert werden.

Die Hanf-Leichtlehmschüttung kann schwimmend verlegt werden als kombinierte Luftschalldämmung + Trittschalldämmung + Wärmedämmung oder als Hohlraumschüttung als Luftschalldämmung + Wärmedämmung

Praktisch heißt dass:

  • Der Trittschall in Zwischengeschossdecken wird gedämmt, indem die Fußbodenkonstruktion mittels einer Trittschalldämmung von der tragenden Konstruktion entkoppelt wird.
  • Eine Luftschalldämmung dämmt in Hohlräumen von Wand oder Geschoßdecke den Schall. Gemessen wird hierbei die Nachhallzeit der Hohlraumes.

Die Dämmung des Schalls zwischen den Etagen wird über eine Tragkonstruktion realisiert, in die Akustikmatten „gelegt“ werden. Wir empfehlen die Verlegung des 10 mm Hanf-Akustik-Vlieses. Zusätzlich empfehlen wir in der Zwischenlage die Verlegung der Hanf-Leichtlehm-Schüttung 200 von wenigstens 6 cm.

Wie funktioniert das mit der Hohlraumdämmung (Luftschall - Dämmung)?

Unter Handwerkern wird oft gefachsimpelt: "Viel Masse ist gut für die Schalldämmung." Das ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Eigentlich muss es heißen: "Viel Material hilft auch viel (für die Schalldämmung)." Die Masse (kg) ist es nicht.

Eine Schallwelle ist eine "Longitudinalwelle" schwingender Teilchen - z.B. Luftteilchen. Trifft eine Schallwelle auf eine Grenzfläche (auf der zwei Materialien sich berühren), z.B. Grenze zwischen Luft und Wasser (See) oder zwischen Luft und Holz (Baukörper), so wird je nach Einfallswinkel ein Teil der Welle reflektiert, ein anderer dringt in das andere Material.

Beim Eindringen in das andere Material wird die Welle gebrochen, das heißt, die Welle verändert die Richtung (Winkel). Ursache dieser Brechung ist die unterschiedliche Schallgeschwindigkeit in den Materialien.

Schall hat in der Luft eine Geschwindigkeit von c= 343 m/s, im Wasser c= 1400 m/s, im Holz c= 3400 m/s, im Beton c= 3100 m/s, im Stahl c= 5000 m/s. Wenn der Schall nun von Luft auf Wasser, Holz oder Beton trifft, in einem kleinen Winkel, so wird der gesamte Schall reflektiert, nichts dringt an Schall in das Wasser, in das Holz oder in den Beton. Dieses nennt man Totalreflexion. 

Hanffasern sind Resonanzabsorber, dass heißt, die feinen Hanffaser-Fibrillen werden durch die Schallwelle (Longitudinalwelle) in Schwingung versetzt und wandeln die Schwingungsenergie in Wärme um. Die gröberen Hanffasern sind starr und dienen, wie etwa auch Mineralwolle, nur als poröse Absorber. Die Wirkung ist aber geringer.

Die Hanf-Lehm-Schalldämmung, bestehend aus Hanfschäben, Hanffasern und Lehm, dämmt den Luftschall in einer Kombinattion als Resonanzabsorber und als poröser Absorber. Dabei ist auch der Strömungswiderstand und die Dämmstärke entscheidend.

Grundsätzlich aber ist das Schalldämmmaß in Kombination des gesamten Aufbaus zu bewerten.