Schädlingsbefall

Mäuse und Ratten

Mäuse oder Ratten finden sich zum Herbst hin dort ein, wo es Wärme und Nahrung zu geben scheint. Gegen Ihr Erscheinen ist bisher noch kein Kraut gewachsen, und kein noch so verriegelter Bau hielt Ihrem Eindringen bisher stand. Wichtig ist daher für den Baukörper, ob diese Nagetiere Schaden anrichten können oder nicht. Viele Hausbesitzer in ländlichen Regionen klagen über vollständig zerfressene Polystyrol-Platten oder auch zerfressenen PU-Schaum. Auch in Glas- oder Mineralwolle richten die Tiere mitunter großen Schaden an.

Hingegen in schwer zu durchdringenden Stoffen wie Hanf sind Nager zwar nicht auszuschließen, sie richten aber im Hanf keinen Schaden an - siehe hierzu: Mäuse im Hanf.

Motten

Die Larven der Kleidermotte zerfressen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen Felle und andere keratinhaltige tierische Produkte in Textilien und Polstermöbeln. Wenn die Larven Baumwolle oder sogar vollsynthetisches Gewebe durchlöchern (Hanf niemals), obwohl diese Materialien nicht verdaut werden können, dienen die Fasern dieser Gewebe lediglich zum Bau ihrer Gespinströhre. Sowieso ist aber eine Nahungsquelle - tierische Fasern - nötig.

Im Baukörper sind sie nur dort anzutreffen, wo Schafwolle verbaut ist, die nicht mit einem Mottengift ausgerüstet wurde. Im Hanf finden Motten keine Nahrungsgrundlage.

Vorratsschädlinge

Der Große Mehlkäfer oder der (kleine) Rotbraune Reismehlkäfer gelten in der Lebensmittelverarbeitenden Industrie als gefürchteter Vorratsschädling, der u. a. in Mühlen und Getreidesilos auftritt. Geradezu heimisch fühlen sie sich in warmen Großmühlen. Von hier aus gelangen die Tiere regelmäßig in den Handel und somit auch zum Endverbraucher.

Treten Vorratsschädlinge in der Dämmung auf, so dient die Dämmung nur als Versteck. Dämmstoffe sollten niemals futterrelevant sein. Hanf-Dämmstoffe sind keinesfalls futterrelevant!

Der Messingkäfers wird meist mit Lebensmitteln eingeschleppt. Seltener ist die Zuwanderung aus Nachbarhäusern, Ställen usw. Messingkäfer sind lichtscheu und ruhen tagsüber in Ritzen, hinter Sockelleisten, Tapeten, Türrahmen, unter Fußmatten und zwischen der Dämmung (auch Hanfdämmung) und Konstruktionsholz. Hanf ist nicht nur nicht futterrelevant, sondern kann auch nicht durch die kräftigen Mundwerkzeugen der Messingkäfer zernagen werden.

Messingkäfer fressen mitunter an Baumwolltextilien, an Hanf jedoch nicht. Ähnliches kennen wir auch von der Kleidermotte, die an der Baumwolle zwar frist, aber diese nicht verdauen kann. An Hanffasern haben Motten keine Chance.

Hinweis: Bei Vorratsschädlingen in der Wohnung helfen Nützlinge!

Staubläuse

Staubläuse werden bis 1mm groß und gehen nicht auf den Menschen; sie ernährt sich scheinbar von Staub. Tatsächlich ernähren sie sich von Sporen, Flechten u.ä. auf nassen Holzfasern, feuchtem Papier oder nassem Weichholz. Man findet sie beispielsweise unter Baumrinde, in klammen Büchern (Bibliothekslaus) und in Vogelnestern. Staubläuse können also vielfältig in Wohnungen gelangen.

Es gibt zwei Ursachen für Staubläuse in der Wohnung:

  1. Bauschäden mit Nässeeinbruch (defekte Regenrinne o.ä.)
  2. Baufeuchte nach Neubau

Gibt es Staubläuse, so hilft nur Austrocknen! Beim Austrocknen wird die Nahrungsgrundlage genommen, es kommt zur Massenflucht auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen. Trocknet also die Brutstätte eine Staubläusepopulation aus, dann findet man die Staubläuse auf Wanderschaft in der Wohnung. Das Problem ist beendet, wenn die Population ausstirbt.

Staubläuse sind 0,3 - 1 mm groß. Wenn sie fliegen, handelt es sich wahrscheinlich nicht um Staubläuse, sondern um "Heufliegen".

Holzschädling

Einige holzzerstörende Insekten bevorzugen Holz, das teilweise durch Pilze abgebaut wurde. Der Scheckige Pochkäfer (Xestobium rufovillosum) greift z.B. nur Laubhölzer an, besonders Eiche, die bereits von Pilzen befallen sind. Aus diesem Grund ist dieses Insekt oft auf den inneren Bereich großdimensionierter Hölzer begrenzt, die während trockener Perioden nicht so schnell austrocknen. Ihr Auftreten in alten Häusern weist häufig auf Feuchtigkeitszutritt hin.

Holzzerstörende Rüsselkäfer (Euophryum- oder Pentarthrum-Arten) treten nur an bereits von Pilzen - in der Regel von kellerschwammbefallenem (Coniophora cerebella) Holz - auf. Die Rüsselkäfer gehören zu den wenigen Insektenarten, bei denen sowohl der erwachsene Käfer als auch die Larven Holz mit Pilzabbau fressen.

Der in Deutschland und weltweit in gemässigten Klimaten am weitesten verbreitete Holzschädling ist der Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum). Dieses Insekt ist nicht auf Pilzabbau des Holzes angewiesen; es kann auch trockenes Holz befallen, wenn auch sein Entwicklungszyklus in feuchtem Holz sehr viel kürzer ist. In trockenem Holz dauert der Entwicklungszyklus vom Ei über die Larvenstadien (die durch ihre Frassgänge den gesamten Schaden im Holz hervorrufen und seine Festigkeit stark mindern) bis zum erwachsenen Käfer normalerweise ca. drei Jahre.

Keiner der in Europa bekannten holzzerstörenden Insekten greifen eine Hanfdämmung an oder können auch nur in dieser länger überleben.

Hinweis: Bei Holzschädlingen in der Wohnung helfen Nützlinge!

Glänzendschwarze Holzameise

In morschem nassen Holz siedelt sich die glänzendschwarze Holzameise an. Sie sondert ein Sekret ab, welches in das morsche nasse Holz Gänge ätzt. Sie siedelt sich also da an, wo bereits Schaden vorliegt und läßt trockenes Holz in ruh.

Hanf kann die glänzendschwarze Holzameise nicht besiedeln.

Ratte Kleidermotte Mehlkäfer Staublaus Holzkäfer Holzameise