Nasse Dachdämmung?

Auf der Suche nach Schadensursachen dürfen unterschiedliche Materialien nicht über einen Kamm geschert werden. Dämmstoffe aus Glas-, Mineral- oder verschiedene Kunststofffasern transportieren Feuchtigkeit über gebremste Konvektion, ohne dabei mit der Feuchtigkeit in Wechselwirkung zu treten. In diesen Fällen wird die sogenannte "Glaser"-Berechnung des Taupunktes, an dem die Feuchtigkeit zu Wassertropfen kondensiert, herangezogen Gelangt Wasser, seies es von Außen oder sei es durch Duffusion von Innen in einen Dämmstoff, der eine Tropfenbildung zuläßt, so neigt diese Tropfenbildung dazu, nach unten "abzutropfen", ungünstigenfalls bis auf den Kehlbalken, der schlimmstenfalls unbemerkt anfängt zu verfaulen.

Hingegen in Dämmstoffen, die schnell Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und Gleichgewichtszustände mit der Umgebungsfeuchte annehmen, findet der Feuchtetransport nicht oder nicht nur über Konvektion statt. Bei Hanf stellt sich abhängig von der Umgebungsluft eine Geichgewichtsfeuchte ein. Eindringende Feuchtigkeit wird von Hanf aufgenommen, die Materialfeuchte nimmt zu. Eine Tropfenbildung ist ausgeschlossen. Gelangt hingegen Wasser in eine Hanf-Dämmwolle, wird dieses vom Hanf absorbiert. Die Dämmung wird feucht und trocknet entweder wieder, oder die Dämmung fängt slimmstenfalls irgendwann an zu modern.

Hinweise zur Ursachensuche

Wasser- oder Feuchteschäden im Dach

Wenn sich erhöhte Feuchtigkeit oder Nässe in der Dach-Dämmung befindet, so tritt diese bei Hanf-Dämmwolle entweder außen oder innen auf. Nie in der Mitte.

Ursache und Wirkung

1. Diffusion aus dem Innenraum

Generell kann es zur Feuchtediffusion aus dem Innenraum in die Dachdämmung i.d.R. nur dann kommen, wenn Innen höhere Temperaturen als Außen sind. Je größer der Temperaturunterschied, je stärker die Diffusion. Im Sommer ist dieses also prinzipiell ausgeschlossen.

Diffundiert Feuchtigkeit in eine Hanfdämmung, so nimmt die Hanffaser die Feuchtigkeit auf. Bei zu hoher oder unkontrollierter Diffusion von Feuchte in die Dämmung wird die Hanf-Dämmwolle immer an der Innenseite feucht. Dieses kann z.B. geschehen, wenn die Dämmung gegen Feuchträume wie Bad oder Sauna nicht ausreichend gegen Diffusion geschützt wurde.

Dämmstoffe, die keine Feuchtigkeit absorbieren, lassen die Feuchtigkeit bis zum Taupunkt oder bis zur Kondensat-Grenzfläche hindurch. Sie kondensiert dort und rinnt herab.

2. Nässe von Außen

Keine Dacheindeckung ist so geschlossen, keine First insbesondere keine Lüftung am First ist so sicher, dass nicht Schlagregen oder Flugschnee hindurch gelangt. Defekte Dachrinnen oder Ziegel, es gibt immer wieder unvorhergesehene Schäden.

Dringt Wasser von außen auf die Unterspannbahn oder die Hartschale, sollte dieses Wasser möglichst ungestört nach unten abfließen. Geschieht dieses nicht, kann das Wasser tropfenweise durch die Unterspannbahn oder kapillar oder osmotisch durch eine Hartschale in die Dämmung gelangen. Hanf-Dämmwolle nimmt in diesem Fall das Wasser auf und wird aussenseitig feucht oder nass. Dämmstoffe, die keine Feuchtigkeit absorbieren, lassen die Nässe hindurch, dass es zur Tropfenbildung kommen kann.