Allgemeine Richtlinien

Materialbeschreibung

Für unsere Baustoffe wird ausschließlich qualitativ hochwertiger Hanf verwendet, der als nachwachsender Rohstoff für ökologisches, gesundheitsbewusstes und modernes Bauen steht.

Unsere Produkte aus Hanf sind frei von umweltschädlichen und gesundheitsgefährdenden Zusätzen. Es sind keine Insektenschädlinge bekannt, die dem Hanf zusetzen könnten. Die hohe Stabilität und Strapazierfähigkeit der Naturfaser Hanf macht die Baustoffe aus Hanffasern unbeliebt bei Nagerschädlingen.

Hanfstroh wird rein mechanisch in einer Faseraufbereitungsanlage zu Hanf-Dämmstoffen verarbeitet. Der landwirtschaftliche Anbau von Hanf erfolgt generell ohne den Einsatz von Herbiziden, Pestiziden, Insektiziden usw.

Hanf - Dämmwolle enthält keine Zusätze und bestehen zu 100 % aus Hanf. Die Hanf-Lehm-Produkte bestehen nur aus Hanf und Lehm oder Tonerde; einige Produkte unter Zugabe von Roggenleim und Kalk. Die Zusammensetzung findet sich als Volldeklaration auf den Datenblättern.

Diffusion

Diffusion beschreibt das schleichende Eindringen und Ausbreiten von Feuchtigkeit von warm zu kalt und von feucht zu trocken. Die Physik widmet ihr ein ganzes Fachgebiet.

Im Bau unterscheidet man die "eigentliche" Diffusion von warm zu kalt und die „kapillare“ Diffusion von feucht zu trocken. Einteilung und Trennung dieser beiden sind physikalisch unsauber, aber die Begriffe sind verbreitet.

Eigentliche Diffusion beschreibt das Eindringen von Feuchtigkeit der warmer Raumluft in den kälteren Baukörper und das Ausbreiten in Richtung Fassade. Diese monotone Richtung bleibt dem Winter vorbehalten. Zusätzlich eingeschränkt an kalten Wandbereichen hinter Schränken. Eine Wand- oder Fußbodenheizung hingegen ist immer ein Diffusionszentrum.

Kapillare Diffusion - oft beruht sie garnicht auf Kapillaren – bezeichnet das langsame Feuchtedurchdringen von einer nass-kalten Fassade ins Innere.

Die eigentliche Diffusion vom warmen Inneren nach außen muss der kapillaren Diffusion, durch naßkaltes Wetter oder Regen gegen die Fassade verursacht, entgegen wirken. Daher die Faustregel, dass bei stark gedämmten Massivhauswänden die Innendämmung und die Außendämmung der Massivwand im Verhältnis 1/3 zu 2/3 stehen soll. Der Diffusionswiderstand ist die Maßangabe in Meter und vergleicht die Feuchtigkeitsausbreitung mit konvektierender Luft.

Hanf hat einen relativ kleinen Diffusionswiderstand, der jedoch mit höherer Umgebungsfeuchte zunimmt.

Taupunkt

Einen Taupunkt gibt es in der Hanf-Dämmung nicht, da kein Kondensat auftreten kann.

Unsere Diffusionsbedingungen für angrenzende Bauteile finden Sie unter Planungshinweise. Grundsätzlich verlangen und empfehlen wir eine möglichst diffusionsoffene Bauweise.

Feuchtigkeit und Nässe

Hanf hat das Vermögen, große Mengen an Feuchtigkeit zu regulieren, dass heißt:

  • bei zu hoher Luftfeuchte wird diese im Hanf gespeichert
  • bei zu geringer Luftfeuchte wird die gespeicherte Feuchtigkeit wieder abgegeben

Damit wird eine Gleichgewichtsfeuchte angestrebt, die ein angenehmes Raumklima schafft.

Direkte Nässe sollte, wie bei allen Baustoffen, vermieden werden. Kommt es dennoch zu einem ungewollten Feuchtigkeitseintritt, so ist die Wasserresistenz des Hanfes hinlänglich bekannt (jeder Klempner verdichtet Wasserrohre mit Hanf). Es ist konstruktiv darauf zu achten, dass die Feuchtigkeit wieder an die Außenluft abgegeben werden kann.

Jedoch bei Wasserschäden, z.B. durch Rohrleitungsbruch oder Schäden am Dach, muss der Dämmkörper natürlich geöffnet und die Dämmung zum Trocknen herausgenommen werden.

Biologische Rückstände

Die Hanf-Baustoffe werden nicht desinfiziert und auch nicht mit Fungiziden oder ähnlichem behandelt. Da die Existenz von Pilzsporen und sonderlich von Schimmelsporen allgegenwärtig ist, insbesondere auf einem Acker (Hanf wächst auf dem Acker), zumal Bio-Landwirte gern Hanf anbauen, die auf einen Fungizid-Einsatz verzichten, ist davon auszugehen, dass auf Hanf-Baustoffen verschiedene Sporen nachweisbar sind.

Testverfahren zum Schimmelwachstum basieren auf einer Nährlösung. Da Hanf nicht desinfiziert wurde und auch nicht mit Gift behandelt, muss es in der Nährlösung zwangsläufig zu einem biologischen Besatz führen, jedoch nicht der Hanf schimmelt, sondern die Nährlösung.

Wenn Hanffasern lange Zeit nass bleiben, so ist weniger Schimmelwachstum zu finden, hingegen werden zellulose-abbauende Pilze wie etwa Tintlinge sichtbar.

Unsere Produkte werden trocken ausgeliefert mit durchschnittlich 12 – 15 % Restfeuchte. Ungeachtet davon gehören Sporen und andere biologische Rückstände zu jeder Bastfaser.

Käfer- und Mäuseschutz

Baustoffe aus Hanf kommen ohne Insektengifte o.ä. aus, denn sie haben einen natürlichen Schutz gegen Ungeziefer: Mottenfraß o.ä. ist ohnehin ausgeschlossen. Hanffasern sind sehr schlecht käfergängig und auch Mäuse sind äußerst unwillig, Hanffasern zernagen zu wollen: Hanffasern sind zu fest, als dass sie schnell zernagt werden können. Hanf und Lehm sind nicht futterrelevant.