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Hanfanbau als Wiesenumbruch
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Hanf,
cannabis sativa L., ist eine einjährige Nutzpflanze mit buschigem Wuchs,
zweikeimblättrig und zweihäusig. Die ausgeprägte Pfahlwurzel
durchdringt wassersuchend auch schwere Böden. Der landwirtschaftliche
Anbau unterdrückt durch dichtere Saat die Verzweigung, wodurch er zu
einem geraden, schlanken und unverzweigtem Wuchs gezwungen wird.
Hanf wächst am besten auf anmoorigen Böden. Er eignet sich hervorragend als Wiesenumbruch. |
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Anbau und Pflege
Standort
Größe
Aussaat
Pflege
Blüte
Ernte
Röste
Pressen
Fruchtfolge
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liebt grundwassernahe
Standorte oder lehmige Böden
3 bis 4 m hoch; auf Niedermoorböden bis zu 5 m
April - nicht später! In warmen Jahren kann schon Ende März gesät werden.
50 kg/ha, Reihenabstand 10-11 cm;
verträgt geringe
Nachtfröste
Grunddüngung zur Aussaat; alternativ: Gülledüngung im Herbst;
keinen Pflanzenschutz!
angenehm aromatischer (herber) Geruch
männlich: sehr klein, weiß bis rostrosa ; weiblich: unscheinbar
September, zur beginnenden Samenreife mit Spezialkombine;
Mähdrusch mit Schwadablage der Stängel;
Feldröste: 2 bis 3 Wochen auf dem Acker (Schwadröste durch Regen
oder Tau);
Pressen zu Quader- oder Rundballen im Oktober
selbstverträglich; als Wiesenumbruch über 2 Jahre oder als Vorfrucht vor Weizen |
Die wichtigste Eigenschaft des Hanfes: Hanf bereinigt den Standort.
Trockenheit
Hanf benötigt ausreichend Wasser. Da Hanf aber eine lange Pfahlwurzel ausbildet,
muss der Niederschlag nicht gleich verteilt fallen, da er sich in trockenen
Perioden aus tieferen Schichten versorgen kann.
Ein dichter Pflanzenbestand beschattet bereits Ende Mai vollständig den Boden
und schützt so vor dessen Austrocknung.
Wiesenumbruch
Auf anmoorigen Böden gedeiht Hanf besonders gut und hoch. Da sein Jungwachstum im Mai und Juni deutlich schneller als der Frühjahrswuchs der Gräser, insbesondere der Quecke, der Brennessel, Diesel etc. ist, beschattet er die unerwünschten Bestände sehr schnell und unterdrückt diese. Vorausgesetzt dass sich die frischen Keimlinge als Jungpflanzen etablieren können. Daher ist die Wiese umzubrechen und der Boden ausreichend zu bearbeiten.
Es empfiehlt sich den Wiesenumbruch über zwei Jahre zu kultivieren. Anschließend kann eine Neu-Ansaat erfolgen.
Der Wiesenumbruch mit Hanf kann auf jedweden chemischen Pflanzenschutz verzichten und eignet sich daher insbesondere in der extensiven Bewirtschaftung.
Ein Abbau der Torfmächtigkeit ist bei korrekter Bewirtschaftung nicht zu befürchten, da während der Sommertrockenheit der Boden vollständig beschattet bleibt und die Ernte erst Mitte September erfolgt. Zudem ist eine Verdichtung des Bodens weniger zu befürchten, da, abgesehen von der eigentlichen Bodenbearbeitung, die Fläche nur zur Aussaat und zur Ernte befahren wird, nicht aber während der Vegetationszeit.
Der zweijährigen Zwischenfrucht Hanf als Wiesenumbruch stehen zunächst keine gesetzlichen Bedenken im Wege. Allerdings entscheidet über die Zwischenfrucht Hanf als Wiesenumbruch die untere Naturschutzbehörde. Ihr obliegt die Beurteilung, ob der Hanfanbau der Bereinigung der Weidelandfläche gilt, oder ob der Landwirt aus der Grünlandfläche illegal Ackerland gewinnen möchte.
Ernte
Die 4 m hohen Pflanzen werden grün im August mit Spezialkombines geschnitten,
wobei die Stängel auf ca. 1 m eingekürzt werden. Das Erntegut wird im Schwad
zum Trocknen und Rösten abgelegt (ca. 4 Wochen). Egal mit welchem Erntesystem
gearbeitet wird, ein zusätzliches Schwaden oder Wenden sollte vermieden werden.
Der ideale Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Samen reif werden, jedoch noch nicht ausfallen.
In den meisten Fällen ist ein Nachtrocknen der gedroschenen Samen notwendig. Die Strängel bleiben zunächst im Schwad auf dem Acker.
Trocknung und Röste
Die Röste ist ein komplexer mikrobiologischer Prozess, der mehrere Wochen dauert
und bei dem Lignin und Pektine abgebaut werden. Damit lassen sich Holzanteile
des Stängels besser von den Fasern trennen. Außerdem zerfasern die Bastfaserbündel
besser. Nebenbei wird sowohl das Hanfstroh als auch das Fasermaterial
weicher und flexibler. Gut gerösteter Hanf ist grau bis dunkelgrau:
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geröstetes Hanfstroh
durch einfaches Brechen
mit der Hand.
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Ballenware
Hanfstroh wird in Großballen gepresst. Rund- oder Quaderballen, größer oder kleiner, die Hanf-Faser-Fabrik verarbeitet jeden Ballen. Probleme gibt es dann, wenn
1. die Stängel zu dick sind (bei geringer Pflanzendichte) - oder
2. die Röste zu kurz war - oder
3. die Stängel nicht gekürzt wurden.
Wichtig: Um Transportkosten zu minimieren, so fest wie möglich pressen!
weitere Info unter:
Hanf-Faser-Fabrik: 03984 807730 oder unter
www.hanffaser.de
Ansprechpartner: Axel Seidel: 0170 2438320